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16-jährige KI-Gründerin: „Ich werde oft belächelt, aber habe schon 450.000 Dollar eingesammelt“

Die Gründerin von Delv.AI Pranjali Awasthi auf der Miami Tech Week - Copyright: Pranjali Awasthi
Die Gründerin von Delv.AI Pranjali Awasthi auf der Miami Tech Week - Copyright: Pranjali Awasthi

Dieser Text basiert auf einem Gespräch mit Pranjali Awasthi, einer 16-jährigen KI-Gründerin:

Mein Vater ist Ingenieur und glaubt, dass Informatik als Kernfach in allen Schulen unterrichtet werden sollte. Seine Leidenschaft und Wertvorstellungen haben mich dazu ermutigt, mit sieben Jahren mit dem Programmieren anzufangen.

Als ich mit meiner Familie im Alter von 11 Jahren von Indien nach Florida gezogen bin, konnte ich dort meine Neugierde voll ausleben: Ich belegte Informatikkurse und nahm an mathematischen Wettbewerben teil.

Praktika in Universitätsforschungslabors brachten mich auf die Idee für meine Firma

Mit 13 habe ich angefangen, in Universitätsforschungslaboren an der Florida Internal University zu arbeiten und an Projekten im Bereich des maschinellen Lernens teilzunehmen. Parallel dazu bin ich auf die Highschool gegangen. Wegen der Pandemie fand der Unterricht an meiner Schule online statt, so konnte ich etwa 20 Stunden pro Woche in den Laboren arbeiten.

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Meine Aufgaben umfassten Recherchen, Datenextraktion und das Verfassen von Literaturübersichten. 2020 veröffentlichte OpenAI sein ChatGPT-3 Beta, und mir wurde klar, dass es uns die Arbeit mit unseren Forschungsdaten erleichtern könnte.

Als Praktikantin in der Forschung wusste ich, wie schwierig es ist, mithilfe von Suchmaschinen genau das zu finden, was man gerade braucht. Also habe ich darüber nachgedacht, wie KI dieses Problem lösen könnte. So entstand meine Firma Delv.AI. Es war noch keine vollständig ausgereifte Idee, aber ich wusste, dass ich ein Unternehmen gründen wollte, um maschinelles Lernen dafür zu nutzen, Daten zu extrahieren und Datensilos zu verhindern.

Ich bekam einen Platz in einem Accelerator für KI-Startups

Im Jahr 2021 nahm ich an einer Miami Hack Week teil, wo ich die Partner von Backend Capital, Lucy Guo und Dave Fontenot, kennenlernte. Sie haben auch das HF0 Residency gegründet, einen Startup-Accelerator in San Francisco und Miami.

Ich wurde in ihre 12-wöchige Kohorte im September aufgenommen, dafür gab ich einen kleinen Anteil an meiner zukünftigen Firma ab. Meine Eltern rieten mir, diese Gelegenheit zu nutzen – allein das Netzwerk würde es wert sein. Also nahm ich eine Auszeit von der Highschool. Der Accelerator zahlte mir die tägliche Uber-Fahrt dorthin.

Während des Programms und an meinem Geburtstag – ich war gerade 15 geworden – launchte ich die Beta-Version von Delv.AI auf Product Hunt. Das ist eine Plattform, auf der Nutzer kostenlos Software teilen können. Es wurde das drittbeliebteste Produkt des Tages.

Je mehr Inhalte online hochgeladen werden, desto schwieriger wird es für Menschen, die richtigen Informationen zu finden, insbesondere wenn diese Informationen sehr spezifisch sind. Delv.AI hilft Forschern dabei, KI zu nutzen, um genau die Informationen zu finden, nach denen sie suchen.

Der Accelerator half mir, Investitionen zu erhalten und mein Netzwerk aufzubauen

Meine Teilnahme beim HF0-Accelerator endete mit einem Demo-Tag für Investoren Ende 2021. Nachdem ich meine Firma vorgestellt hatte, erhielt ich Anfang 2022 mein erstes Investment von On Deck und Village Global. Das reichte aus, um meinen ersten Ingenieur einzustellen und an einem MVP (Minimal Viable Product) zu arbeiten.

Ich knüpfte während des Accelerators wichtige Kontakte mit Leuten aus der KI-Branche. Dieses Netzwerk half beim Fundraising in den Monaten nach dem Programm. Mein Erfolg auf Product Hunt war ebenfalls zuträglich. Bislang haben wir insgesamt 450.000 US-Dollar von Fonds und einzelnen Investoren wie etwa Lucy Guo und Village Global eingesammelt. Unsere derzeitige Bewertung liegt bei etwa 12 Millionen US-Dollar.

Die Universität ist gerade nicht meine Priorität

Meine Eltern kommen aus Indien und haben also immer großen Wert auf schulische Leistungen gelegt. Wir einigten uns also darauf, dass ich die Highschool online abschließe, was ich im Juni 2023 auch getan habe. Meine Entscheidung, nicht auf die Uni zu gehen, ist schwer für sie, aber sie verstehen es. Ich habe viel Verantwortung und Leidenschaft für das, was ich aufbaue. Ich könnte mir vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt auf die Uni zu gehen, um mir Business-Kompetenzen wie Recht oder Psychologie anzueignen.

Meine Tage beginnen mit einer Joggingrunde und danach bereite ich mich auf das tägliche Meeting mit meinem Team vor. Da meine Teammitglieder älter sind als ich, ist es entscheidend gut zu kommunizieren und zu wissen, wann man das Ruder übernehmen sollte.

Nach dem Meeting programmiere ich. Es gibt viele logistische Dinge zu erledigen. Derzeit bin ich die einzige Person, die HR und das tägliche Geschäft verwaltet. Wir haben vor Kurzem jemanden eingestellt, der beim Kundenservice und Vertrieb hilft, und wir stellen Ingenieure im Ausland ein. Ich beende den Tag damit, E-Mails zu schreiben und mich um Nutzeranfragen zu kümmern. Dann esse ich und gehe schlafen. Ich versuche auch immer, mir die Zeit dafür zu nehmen, ein Instrument oder Badminton zu spielen.

Chancen und Herausforderungen als junge Gründerin

Ich habe festgestellt, dass viele Leute eher dazu bereit sind, mir zu helfen oder Fragen zu beantworten, weil ich noch jung bin. Aber wenn ich auf Menschen zugehe, schauen sie mich manchmal von oben herab an – buchstäblich und im übertragenen Sinne. Ich versuche, klare Ziele zu haben und Gespräche gehaltvoll zu gestalten, was hilft.

Wir haben es mit einer ganzen Flut von neuen KI-Produkte zu tun – der Wettbewerb ist wahnsinnig. 2021 sprach hier in Miami noch jeder über Krypto. Bis Ende 2022 hatte sich die Diskussion komplett auf KI verlagert. Der Markt wächst sehr schnell, also ist der nächste Schritt für uns, unser Produkt mithilfe des Feedbacks der Nutzer zu verbessern und mehr Geld einzusammeln.

Dieser Artikel wurde von Chris Lunday aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.