Deutsche Märkte öffnen in 2 Stunden 44 Minuten

Überschwemmungen im Nordwesten und Süden Italiens

GENUA (dpa-AFX) - Der Nordwesten Italiens ist am Wochenende erneut von heftigen Regenfällen und Überschwemmungen heimgesucht worden. In den Regionen Ligurien und Piemont machten Erdrutsche viele Straßen unpassierbar. Keller, Unterführungen und Geschäftsräume wurden überschwemmt. In Ligurien waren nach Angaben der Regionalregierung 374 Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. 122 weitere seien in Sicherheit gebracht worden. Außer für Teile Liguriens und Piemonts galt die höchste Alarmstufe Rot am Sonntag auch für die südliche Region Kalabrien an der Fußspitze des italienischen Stiefels.

In Turin, der Hauptstadt Piemonts, wurde am Sonntag der Marathon abgesagt, wie die Nachrichtenagentur Ansa meldete. Der Wasserstand des Po erreichte bedenkliche Höhen. In Sezzadio südlich von Alessandria stürzte ein Auto in den Fluss Bormida. Einer der drei Insassen werde noch vermisst, schrieb die Feuerwehr.

In Genua hatte es bereits am Samstag vor allem im Polcevera-Tal schwere Überschwemmungen gegeben. Dies ist der Teil der Stadt, wo 2018 beim Einsturz einer Autobahnbrücke 43 Menschen ums Leben kamen. Die Autobahn A10 von Genua nach Ventimiglia an der französischen Grenze wurde am Sonntag an zwei Stellen von Erdrutschen unterbrochen, wie die Region auf Twitter mitteilte.

Auch in Venedig stieg das Wasser am Sonntag wieder und erreichte am Vormittag 130 Zentimeter über dem normalen Meeresspiegel. Am 12. November hatte ein Hochwasser von 187 Zentimetern schwere Schäden in der Lagunenstadt angerichtet. Am Sonntagabend sollte die Oper La Fenice mit einer Premiere von "Don Carlo" von Giuseppe Verdi wieder eröffnen. Dort hatte das Hochwasser Mitte November Schäden von zwei Millionen Euro hinterlassen, wie die Zeitung "La Repubblica" schrieb. Für den Abend wurde ein Hochwasserstand von 120 Zentimetern erwartet.