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Ölpreise uneinheitlich - neue Corona-Sorgen

NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise haben am Montag keine klare Richtung gefunden. Nachdem neue Sorgen in der Corona-Krise zunächst deutlich belastet hatten, hellte sich die Stimmung wieder auf. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 38,84 US-Dollar. Das waren elf Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen leicht um 25 Cent auf 35,01 Dollar.

Vor allem im frühen Handel hatten die Ölpreise erheblich unter Druck gestanden. Marktteilnehmer nannten die zunächst schlechte Stimmung an den Finanzmärkten als Grund. Für Belastung sorgten Nachrichten aus China. Dort ist es auf einem Großmarkt in Peking zu einem neuen Corona-Ausbruch gekommen. Dies schürte ebenso wie erhöhte Infektionszahlen aus den USA die Furcht vor einer zweiten Corona-Welle.

Hinzu kamen durchwachsene Konjunkturdaten aus China. Nach wie vor zeigen sie eine allenfalls moderate wirtschaftliche Erholung im Reich der Mitte an. Fachleute weisen schon seit längerem darauf hin, dass zwar die staatlich gesteuerte Produktion wieder Fahrt aufgenommen hat, die private Konsumnachfrage aber verhalten bleibt.

Nachdem sich die Ölpreise in den vergangenen Wochen deutlich von ihrem krisenbedingten Einbruch im März und April erholt hatten, deutet sich aktuell ein Rückschlag an. Die Rohstoffexperten der Commerzbank begründen den Stimmungswandel auch mit einem aus ihrer Sicht überzogenen Optimismus unter Marktteilnehmern. Die Zuversicht resultierte vor allem aus der Verlängerung von Förderkürzungen durch das Ölkartell Opec und andere große Fördernationen.