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Ölpreise sinken - Opec+ ringt weiter um Einigung

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NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Die Ölpreise sind am Donnerstag gesunken. Am Ölmarkt konzentriert sich die Aufmerksamkeit vor allem auf den Ölverbund Opec+, der über seine Förderpolitik berät. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 47,99 US-Dollar. Das waren 26 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 27 Cent auf 45,01 Dollar.

Im Verlauf des Tages nimmt der Verbund Opec+ einen neuen Anlauf, um Unstimmigkeiten zwischen großen Förderländern zu bereinigen. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet von Fortschritten bei den Verhandlungen. Demnach stehe der Ölverbund kurz vor einer Einigung. Angepeilt ist offenbar ein Kompromiss, wonach die Förderung im kommenden Jahr nicht sprunghaft, sondern graduell steigen soll.

Derzeit wird die Fördermenge der in der Opec+ organisierten Ölstaaten begrenzt, um die Ölpreise zu stützen. In den vergangenen Monaten hatte sich Rohöl durch die Corona-Krise zeitweise erheblich verbilligt.

Rohstoffexperte Eugen Weinberg von der Commerzbank geht davon aus, dass sich die Mitgliedsstaaten der Opec+ auf eine gemeinsame Position einigen werden. Allerdings dürfte mit einem Beschluss das Problem der zuletzt mangelnden Förderdisziplin weiter bestehen bleiben. Selbst der wichtigste Verbündete der Opec, Russland, habe die Vereinbarung auf eine Produktionskürzung offenbar nicht so genau genommen, sagte Weinberg. Er rechnet kurz- bis mittelfristig mit einer Preiskorrektur am Ölmarkt.