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Ökonomen-Stimmen zum Inflationssprung in Deutschland

·Lesedauer: 3 Min.

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Inflation in Deutschland hat im November erstmals seit rund 29 Jahren die Fünf-Prozent-Marke erreicht. Die Verbraucherpreise erhöhten sich gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Eine Fünf vor dem Komma hatte die Wiesbadener Behörde zuletzt im September 1992 gemessen. Nach europäischer Berechnungsmethode betrug der Preisanstieg gar 6,0 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) verweist seit längerem auf coronabedingte Sondereffekte und rechnet mit einem Rückgang der Teuerung im kommenden Jahr. Liegt sie richtig oder irrt sie? Stimmen von Ökonomen:

Michael Heise, Chefökonom HQ Trust:

"Ob der Höhepunkt der Preisniveausteigerungen erreicht ist, hängt vor allem von der Entwicklung der Energiepreise ab. Die jüngsten Abschläge bei den Rohölpreisnotierungen werden, wenn sie Bestand haben, relativ schnell die Kraftstoff- und Heizölverteuerung dämpfen. Aufwärtsdruck bei den Kosten der Haushalte für Energie wird aber durch die weitere Anhebung der C02-Abgabe zu Jahresbeginn und den verzögerten Anstieg der Gaspreise im Haushaltsverbrauch bleiben. (...) Zudem muss damit gerechnet werden, dass die produzierenden Unternehmen die höheren Energie- und Rohstoffkosten zum überwiegenden Teil in höheren Absatzpreisen weiterreichen werden. Umfragen zeigen, dass in allen großen Wirtschaftsbereichen mit Preiserhöhungen gerechnet wird."

Marco Wagner, Analyst Commerzbank:

"Die Inflationsrate in Deutschland ist im November stärker als erwartet auf 5,2 Prozent gesprungen. Verantwortlich hierfür sind zwar auch etliche Sondereffekte. Aber inzwischen steigen die Preise auf breiter Front stärker an. Damit dürfte die Inflationsrate mit dem Wegfallen der Sondereffekte zwar im kommenden Jahr wieder fallen. Sie dürfte sich aber auf einem höheren Niveau als vor der Corona-Pandemie einpendeln, und auf mittlere Sicht sprechen einige strukturelle Faktoren für eine weiter anziehende Inflation in Deutschland und im Euroraum."

Thomas Gitzel, Chefökonom VP-Bank:

"Beim Blick auf die Inflationsrate könnte es einem fast schwindelig werden. (...) Der ganze Mix aus Basiseffekten, höheren Energiepreisen, geringerer Mehrwertsteuersatz im Vorjahr und die Materialknappheiten manifestieren sich nun in dieser hohen Inflationsrate. Die November-Inflationsrate sollte aber den vorläufigen Teuerungshöchststand markieren. (...) Die Inflationsraten werden zwar in den kommenden Monaten noch auf verhältnismäßig hohem Niveau bleiben, doch ein fallender Trend sollte erkennbar sein. Bleiben Zweitrundeneffekte aus, dürfte zur Jahresmitte 2022 bereits schon wieder die EZB-Zielmarke von 2 Prozent angesteuert werden."

Melanie Debono, Analystin Pantheon Macroeconomics:

"Wir erwarten im Dezember erneut einen hohen Wert. Danach wird die Kerninflation im ersten Quartal mit ziemlicher Sicherheit sinken, da die Mehrwertsteuereffekte nachlassen und die Inflation von Nicht-Energie-Produkten sinken wird. Wir sind uns weniger sicher, wie lange die hohe Dienstleistungsinflation anhalten wird - und bei Energie bleibt ein Fragezeichen."

Jörg Zeuner, Chefvolkswirt Union Investment:

"Der Preisauftrieb dürfte auch im Dezember kräftig bleiben. Jedoch sollte sich die Lage im nächsten Jahr ändern. Die aktuelle Unsicherheit, wie der Corona-Winter in Deutschland und Europa verlaufen wird, verdirbt so manchem die Kauflaune. Dies könnte den weiteren Preisanstieg dämpfen. Im ersten Halbjahr 2022 werden die Folgen der Mehrwertsteuersenkung und die statistischen Basiseffekte ebenfalls an Bedeutung verlieren. Die Engpässe am Güter- und am Arbeitsmarkt aber werden uns noch eine Weile beschäftigen. Trotzdem sollte sich die Teuerungsrate schrittweise normalisieren. Aktuell rechnen wir mit einem Rückgang der Inflation bis Ende 2022 auf unter zwei Prozent."

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