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Ökonomen-Stimmen zum Ifo-Geschäftsklimaindex

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im April erneut verbessert. Das Ifo-Geschäftsklima stieg zum Vormonat um 1,5 Punkte auf 89,4 Zähler, wie das Ifo-Institut am Mittwoch in München mitteilte. Es ist der dritte Anstieg des wichtigen Konjunkturbarometers in Folge. Ökonomen sprechen nach einer solchen Serie häufig von einer konjunkturellen Wende zum Besseren. Auch andere Frühindikatoren hatten zuletzt positiv überrascht.

So bewerten Volkswirte die Wirtschaftsaussichten nach den Ifo-Daten:

Ulrich Wortberg, Volkswirt Landesbank Hessen-Thüringen:

"Die Erholung des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers setzt sich fort. Zwar ist das Niveau noch immer vergleichsweise niedrig und der Abstand zum zyklischen Tief, das im Januar bei 85,2 Punkten markiert wurde, überschaubar. Dennoch mehren sich die Anzeichen für eine Verbesserung der konjunkturellen Perspektiven."

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Robin Winkler, Deutschland-Chefvolkswirt der Deutschen Bank:

"Der Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im April etwas kräftiger als erwartet, obgleich die positive Überraschung nicht so deutlich ausfällt wie beim gestrigen Einkaufsmanagerindex. Gleichwohl bekräftigt die Ifo-Umfrage unsere Einschätzung: In der deutschen Wirtschaft macht sich eine Frühjahrsbelebung breit."

Jens-Oliver Niklasch, Volkswirt Landesbank Baden-Württemberg

"Der dritte Anstieg in Folge und das zweite kräftige Plus hintereinander. Das sieht nach Trendwende aus. In schwierigen Zeiten muss man vorsichtig bleiben, aber zumindest spricht jetzt einiges dafür, dass wir im Winter das Konjunkturtief gesehen haben. Wenn ab voraussichtlich Mitte des Jahres auch Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank anschieben, dann dürfte es im laufenden Jahr für die deutsche Wirtschaft für ein kleines BIP-Plus reichen."

Michael Herzum, Leiter Economics und Macro Strategy bei Union Investment:

"Besonders positiv zu bewerten ist, dass die Unternehmen ihre aktuelle Lage den zweiten Monat in Folge optimistischer beurteilen. Mehrkosten für längere Transport- und Wartezeiten oder ausgefallene Lieferungen durch die Streiks im ersten Quartal scheinen nicht mehr zu belasten. Dagegen sollten deutsche Unternehmen Rückenwind von dem immer breiteren Aufschwung in der US-Industrie erhalten. Die entschlossene amerikanische Industriepolitik seit 2022 hat dort einen Investitionsboom ausgelöst."

Jörg Krämer, Chefvolkswirt Commerzbank:

"Mit dem dritten Anstieg in Folge geht vom Ifo-Geschäftsklima mittlerweile ein recht klares Aufwärtssignal aus. Von nun an sollte die deutsche Wirtschaft wieder wachsen, nachdem sich die Unternehmen an die höheren Leitzinsen gewöhnt haben und die Energiekosten wieder gefallen sind. Die Phase fallender Konjunkturprognosen dürfte vorüber sein. Dennoch stehen wir nicht vor einem starken Aufschwung, weil die Standortqualität seit den Merkel-Jahren erodiert und die Bundesregierung nicht entschlossen gegensteuert."

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank:

"Der ifo-Geschäftsklimaindex sendet Signale einer konjunkturellen Besserung, ein dynamisches Wachstum wird sich daraus aber nicht entwickeln. Vor allem der Dienstleistungssektor wird das Wachstum über Wasser halten. (...) Sorgen bereitet nach wie vor die Entwicklung in der Industrie. Zwar verbessert sich auch dort der wirtschaftliche Ausblick merklich, doch die Lage im Verarbeitenden Gewerbe bleibt fragil. Für eine deutliche Belebung der Industriekonjunktur müsste die ausländische Nachfrage nach deutschen Kapitalgütern deutlicher zunehmen. Dies zeichnet sich derzeit nicht ab."

Johannes Mayr, Chefvolkswirt beim Vermögensverwalter Eyb & Wallwitz:

"Nach ihrem konjunkturellen Tief zum Jahreswechsel hat sich die deutsche Wirtschaft im April weiter erholt. Eine stärkere Auslandsnachfrage sowie die Erwartung sinkender Zinsen und niedrigerer Energiepreise stützen vor allem die Geschäftserwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate. Damit die Konjunktur merklich Fahrt aufnehmen kann, ist aber ein deutlicher Anstieg der Investitionstätigkeit notwendig. Hierfür scheinen Impulse durch die Wirtschaftspolitik unabdingbar."

/la/bgf/mis