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Credit Suisse fallen, da Verbriefungs-Verkauf Fragen aufwirft

(Bloomberg) -- Die Credit Suisse Group AG ist mit dem Verkauf eines großen Teils ihrer Verbriefungssparte an Apollo Global Management Inc. zunächst nicht auf große Begeisterung gestoßen. Analysten bemängelten fehlende Details und die Aktie wurde abgestraft.

Credit Suisse gaben um bis zu 2,4% nach und gehörten damit zu den schlechteren Werten in einem insgesamt freundlichen Markt für Banken. Im laufenden Jahr haben die Anteilsscheine über die Hälfte ihres Werts verloren.

Wie bereits zuvor berichtet, überträgt das Schweizer Geldhaus einen großen Teil der Aktiva der Sparte - auch bekannt als Securitized Products Group, oder SPG - an Apollo. Weitere bisher ungenannte Investoren werden wahrscheinlich einen Teil des Restes übernehmen.

Das Schweizer Bankhaus wird weiter zur Finanzierung eines Teils der übertragenen Aktiva beitragen, heißt es. Das Geschäft soll die risikogewichteten Aktiva der Bank um 10 Milliarden Dollar erleichtern. Das, sowie die von Apollo für die Werte gezahlte Prämie wird die Kernkapitalquote der Credit Suisse stärken, so die Bank, ohne einen Betrag zu nennen.

“Obwohl wir die Ankündigung des Teilverkaufs von SPG begrüßen, fehlen uns noch wichtige Daten, um die Transaktion vollständig zu bewerten”, schrieben die Analysten von JPMorgan Chase & Co. unter der Leitung von Kian Abouhossein in einer ersten Einschätzung. “Es gibt keine Angaben zum Effekt auf die Gewinn- und Verlustrechnung oder zum Buchwert. Wir hätten uns zu diesem Zeitpunkt mehr Details erhofft.”

Der Abschluss beseitigt zwar einen Unsicherheitsfaktor, nachdem die Credit Suisse im Rahmen ihre Neuausrichtung nur den groben Rahmen eines Deals bekanntgegeben hatte. Da die Transaktion jedoch nur einen Teil des von der SPG benötigten Kapitals freisetzt, stellt sich die Frage, ob der Credit Suisse einige risikoreichere Aktiva verbleiben.

Außerdem wirft der Deal ein Schlaglicht darauf, wie schwierig es für die Bank wird, in den nächsten Jahren 40% der risikogewichteten Aktiva der gesamten Investmentbank abzubauen.

Die Transaktion mit Apollo und der weitere Verkauf an Drittinvestoren sollen die Aktiva der SPG bis Mitte nächsten Jahres von 75 Milliarden Dollar auf etwa 20 Milliarden Dollar reduzieren. Apollo wird die bei der Credit Suisse verbleibenden 20 Milliarden Dollar für fünf Jahre verwalten und die meisten Mitarbeiter der Sparte übernehmen.

“Für eine Beurteilung der Transaktionen fehlen uns wichtige finanzielle Details”, meint Vontobel-Analyst Andreas Venditti. “Es bleibt weiter Risiko in der Bilanz der Credit Suisse.”

Der Verkauf des Großteils der SPG ist - zusammen mit einer Kapitalerhöhung im Umfang von 4 Milliarden Franken - eine der wichtigsten Säulen bei der Neuaufstellung der kriselnden Schweizer Bank. Die Zürcher gliedern außerdem ihre Investmentbank aus und streichen tausende Stellen.

Die SPG kauft und verkauft Wertpapiere, hinter denen Pools von Hypotheken und anderen Vermögenswerten wie Autokrediten oder Kreditkartenschulden stehen. Die Abteilung bietet auch Finanzierungen für Kunden an, die diese Produkte kaufen wollen. Sie verbrieft auch selbst Kredite in deren Namen und verkauft sie gegen eine Gebühr an Investoren weiter.

In einer früheren Mitteilung zum Verkauf der SPG hatte die Credit Suisse von exklusiven Gesprächen mit Apollo und der Allianz-Fondstochter Pimco gesprochen. Pimco wurde in der heutigen Mitteilung allerdings nicht mehr erwähnt.

Überschrift des Artikels im Original:Credit Suisse Agrees to Sell Large Chunk of SPG Unit to Apollo

(Durchgehend aktualisiert)

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