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Zwei Teenie-Gründerinnen, ihr Startup und ein Praktikum bei Lea-Sophie Cramer und Tina Müller

Nour Idelbi (links) und Joline Reker bauen eine App, die Frauen beim sicheren Nachhauseweg begleitet - Copyright: GoDaddy / Safespace
Nour Idelbi (links) und Joline Reker bauen eine App, die Frauen beim sicheren Nachhauseweg begleitet - Copyright: GoDaddy / Safespace

Zum Gründen gehört eine Menge Mut. Besonders, wenn man noch sehr jung ist. "Erst hatte ich Angst, zu gründen", sagt die 18-jährige Nour Idelbi im Gespräch mit Gründerszene. "Aber dann habe ich verstanden, dass es viele erfolgreiche Unternehmer gibt, die vielleicht genauso Angst haben, die genauso aufgeregt sind – aber die es einfach durchziehen".

Und die Schülerin aus Münster, die gerade erst ihr Abiturzeugnis in den Händen hält, hat durchgezogen. Mit Safespace startete sie 2021, mit damals 16 Jahren, eine App, die Jugendlichen bei einem sicheren Nachhauseweg helfen soll. Dafür können die Nutzer per Klick die Polizei kontaktieren, ihren Standort mit Freunden teilen und auf dem Weg ihr Sicherheitsgefühl mit einem Ampelsystem von grün (ungefährlich) bis rot (gefährlich) bewerten. Live ist die App seit Januar. Mehrere tausend Personen nutzen sie, so die Gründerin.

Aber dabei soll es nicht bleiben: Nour Idelbi denkt größer und will eine Community aufbauen, die über das Thema Nachhauseweg hinaus geht. Den Begriff Safespace also größer fassen, sagt sie, und meint damit, einen sicheren Ort auch im Digitalen anzubieten. Etwa für Jugendliche, die Ängste, Stress oder sogar Suizidgedanken haben – und sich schnell mit anderen digital austauschen wollen. Für diese Zielgruppe gebe es noch zu wenig Angebote, so die Gründerin. Dieser Teil der App befindet sich derzeit im Aufbau. Man stehe "zurzeit mit führenden Unternehmen in dem Bereich im Gespräch".

Tiktok-Erfolg für Safespace

Aber Community, das kann das junge Unternehmen: So ist Safespace etwa auf Tiktok zwischenzeitlich sehr erfolgreich gewesen. Die Videos der Macherinnen – neben Nour Idelbi kam später auch Joline Reker hinzu, die sich vor allem um Social Media kümmert – erreichen 17.000 Abonnenten. Einige der Clips haben mehrere hunderttausend Views. Manche Nutzer versammeln sich zudem in Whatsapp-Gruppen, mit teilweise mehreren hundert Mitgliedern. Dort tauschen sie sich bereits jetzt über Mental Health aus, verabreden sich zum Telefonieren oder fühlen sich gemeinsam einfach weniger allein.

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Was die Junggründerin ebenfalls aus der Startup-Welt gelernt hat, ist Kontakte zu knüpfen. Für ein einwöchiges Schulpraktikum ging sie nicht etwa in eine Kita – Idelbi hospitierte und packte mit an bei den Szene-Stars Lea-Sophie Cramer und Tina Müller von Douglas.

Spontan-Praktikum bei Lea-Sophie Cramer und Tina Müller

Sie habe sich gefragt: "Was wäre das Verrückteste, was ich machen könnte? Also habe ich Lea-Sophie Cramer und Tina Müller bei Linkedin angeschrieben", so die Gründerin. Die Nachricht an die bekannten Unternehmerinnen soll in etwa gelautet haben: "Ich find's cool, was du machst. Ich finde dein Business interessant. Ich bin selbst gerade im Business-Bereich aktiv. Dürfte ich bei dir mit anpacken?"

So habe sie etwa bei Cramers Führungskräfte-Coaching für Frauen "10 more in" mitgearbeitet. Für Müller lernte sie verschiedene Stationen bei Douglas wie das Marketing kennen. Idelbi wollte wissen: "Wie arbeiten diese Personen, wie sieht ihr Tag aus, worauf achten sie, wie sprechen sie, wie gehen sie in Verhandlungen rein?"

In Verhandlungen ist die Junggründerin derzeit auch, um Geld für ihr Startup einzusammeln. Zwar sei das ursprüngliche Ziel gewesen, das Unternehmen per Bootstrapping großzumachen. Aber mit der Idee, das Startup größer zu denken, braucht es zusätzliche Mittel. Bisher finanziert sich Safespace neben den eigenen Mitteln der Gründerinnen über ein Preisgeld von 10.000 Euro bei den Startup-Teens, wo Safespace in der Kategorie "Services & Plattforms" gewann. Zudem nahm das Jungunternehmen an dem Mentoring-Programm "GoTeam" des Webseiten- und Domain-Anbieters GoDaddy teil, unter anderem mit der reichweitenstarken Social-Media-Expertin Ann-Katrin Schmitz und Neil Heinisch, dem Gründer der Gen-Z-Marketing-Agentur Playthehype.

Die Safespace-Macherinnen halten ihre Follower regelmäßig mit Updates auf dem Laufenden. Hier präsentiert Joline Reker das Büro des Startups.

Investmentverhandlungen mit einer Versicherung

Mit einer Versicherung sei man derzeit in Verhandlungen für eine Investition. Die könnte das App-Angebot bei sich integrieren und damit Zugang zu der jungen Generation erhalten, die so möglicherweise zu einem langfristigen Versicherungs-Kunden wird. Zum Stand des Gesprächs sagt Nour Idelbi: "Es funkt auf beiden Seiten."

Das Abitur hat die junge Erwachsene nun in der Tasche. Parallel Schule und Startup in Einklang zu bringen, sei mit langen Tagen einhergegangen. "Das Startup nimmt super viel Zeit in Anspruch. Ich habe häufig bis Mitternacht gearbeitet", sagt die Gründerin. "Ich weiß, dass das ungesund ist, und ich habe versucht, es liegenzulassen, aber das klappt nicht. Ich versuche, jetzt mehr Zeitmanagement reinzubringen."

Wie geht es nun nach dem Abitur weiter? Zuallererst mit den letzten Sommerferien, Nordrhein-Westfalen schickt seine Schüler als erstes Bundesland in die Sommerpause oder nach dem Abitur in die nächste Lebensphase. Nour Idelbi wäge derzeit ab, ob es danach mit einem klassischen oder einem dualen Studium weitergehe. Aber eines steht fest: An ihrem Startup wird sie weiterhin arbeiten.