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Streit beigelegt: Nuss-Startup Koro holt sich 50 Millionen von neuen VCs

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Mehr als 1.200 Produkte listet Koro in seinem Onlineshop.
Mehr als 1.200 Produkte listet Koro in seinem Onlineshop.

Das Berliner Food-Startup Koro kann aufatmen: Nachdem sich der Onlineshop für Trockenfrüchte und Nussaufstriche monatelang mit seinem Altgesellschafter Social Chain Group um eine Kapitalerhöhung gestritten hat, haben nun andere Investoren einem Deal zugesagt. Insgesamt 50 Millionen Euro bekommt Koro von HV Capital, dem Pariser Food-VC Five Season Ventures, dem französischen Tech-Investor Partech sowie diversen Business Angels, unter anderem OMR-Chef Philipp Westermeyer.

Mit welchem Betrag die neuen Kapitalgeber das zehn Jahre alte Unternehmen bewerten, ist nicht bekannt. Die Firmenchefs Florian Schwenkert, Piran Asci und Constantinos Calios benötigten bereits im vorigen Sommer Geld, um ihr Startup weiter wachsen zu lassen. Sie boten dem Mehrheitseigner Social Chain, der Investmentholding von „Die Höhle der Löwen“-Juror Georg Kofler, daher ihre verbliebenen Anteile an. Für die 41,4 Prozent wollte Social Chain aber nur 4,2 Millionen Euro zahlen. Das hätte einer Bewertung von zehn Millionen Euro entsprochen. Und damit einem Bruchteil dessen, womit die Koro-Chefs rechneten. Sie legten eine Bewertung von wenigstens 150 Millionen Euro zugrunde. Daraufhin entfachte ein Streit, der nun beigelegt ist, wie beide Parteien berichten.

Denn mit dem neuen Investment hat Koro eine andere Lösung gefunden. Social Chain hat sich an der Finanzierungsrunde nicht beteiligt – im Gegenteil, der einstige Mehrheitsgesellschafter hat Anteile verkauft. Und gleichzeitig maßgeblich bei der Suche nach neuen Gesellschaftern geholfen. Investoren an Bord zu holen, die Erfahrung im Food-Bereich haben, sei dabei eine strategische Entscheidung gewesen. Laut einer Sprecherin gehört Koflers Holding noch ein "substanzieller Minderheitsanteil", der TV-Juror wurde außerdem zum Vorsitzenden des Beirats ernannt. Wie viel von den 50 Millionen Euro auf die abgegebenen Anteile von Social Chain sowie der Koro-Gründer entfallen, wurde nicht bekannt gegeben.

150 Millionen Euro Umsatz anvisiert

Das Geschäft von Koro wächst stark. Seit 2019 haben sich die Umsätze jährlich mindestens verdreifacht. Während die Firma 2021 profitabel abschloss und 62 Millionen Euro umsetzte, rechnete Koro für 2022 zuletzt mit wenigstens 150 Millionen Euro.

Ihr Geschäft macht die Firma mit dem Verkauf von Lebensmitteln in Großpackungen, etwa getrocknete Mangos in Ein-Kilo-Tüten und Erdnussmus in 500-Gramm-Gläsern. Angefangen hat Koro mit einem Onlineshop, mittlerweile ist ein Teil des Sortiments auch im Einzelhandel zu finden. Über die Jahre haben die Macher immer mit neuen Projekten experimentiert, etwa das insolvente Startup Meine Spielzeugkiste übernommen, eine Eisdiele eröffnet und einen Lieferdienst für frisch gekochtes Mittagessen aufgebaut. Neueste Vorhaben sind ein eigener Verlag für Kochbücher sowie der Versand von Obst- und Gemüseboxen. „Wir wollen uns auch mal austoben”, sagt Koro-Gründer Calios. „Wenn ich wüsste, wir machen nur noch dieses eine Ding, dann wäre mir langweilig.“

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