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Zalando legt deutlich zu – Chancen für den Dax-Aufstieg wachsen

·Lesedauer: 3 Min.

Der Online-Modehändler hat mit seiner Plattform-Strategie in der Pandemie viele Partner gewonnen. Damit scheint das Unternehmen der Konkurrenz zu enteilen.

Der Onlinehändler enteilt der Konkurrenz im digitalen Modehandel. Foto: dpa
Der Onlinehändler enteilt der Konkurrenz im digitalen Modehandel. Foto: dpa

Europas größter Online-Modehändler hat sehr gute Zahlen für das dritte Quartal präsentiert: Der Umsatz stieg um 21,6 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Damit konnte Zalando von der gestiegenen Nachfrage im Onlinehandel weiter profitieren, auch wenn der lokale Modehandel im dritten Quartal geöffnet war. Der Vorsteuergewinn (bereinigtes Ebit) lag bei 118,2 Millionen Euro. Dies entspreche einer Marge von 6,4 Prozent, teilte das Unternehmen am Mittwochmorgen mit. Der Nettogewinn lag bei 58,5 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 13,6 Millionen Euro gewesen.

Neben der starken Kundennachfrage konnte Zalando Wertberichtigungen auf den Warenbestand in Höhe von 35 Millionen Euro auflösen, was einen positiven Einmaleffekt auf die Profitabilität im dritten Quartal gehabt habe.

Finanzvorstand David Schröder sagt: „Die zweite Welle der Corona-Pandemie startet zwar deutlich heftiger als erwartet, aber wir sind viel besser vorbereitet als zu Beginn der Pandemie.“ Darüber hinaus sei das Unternehmen mit dem Partner-Programm für die Markenhersteller und dem Connected-Retail-Programm in der Transformation als Plattform einen großen Schritt weitergekommen, bestätigte auch der Analyst der Baader Bank, Volker Bosse.

Im Partner-Programm können Markenhersteller ihre Mode über die Plattform von Zalando verkaufen. Über das Connected-Retail-Programm sind inzwischen 2000 lokale Modehändler vernetzt, die ihre Mode nun ebenfalls über Zalando verkaufen. Im Jahr 2021 wolle das Unternehmen die Zahl der vernetzten Händler verdreifachen. Zu Beginn des Monats hatte Zalando das Programm auf Norwegen, Dänemark und Finnland ausgeweitet. Mit Österreich, der Schweiz, Frankreich, Italien und Belgien sollen 2021 fünf weitere Länder folgen.

Zalando hatte bereits am 8. Oktober nach Börsenschluss in einer Ad-hoc-Mitteilung bekanntgegeben, dass das Unternehmen für das Geschäftsjahr 2020 mit einem Vorsteuergewinn (Ebit) zwischen 375 und 425 Millionen rechnet. Zuvor hatte Europas größter Modehändler mit einem Gewinn von rund 300 Millionen Euro geplant. Das ist mehr als das Doppelte des Gewinns aus dem Jahr 2019, als es 166 Millionen Euro waren.

Nach der Ad-hoc-Mitteilung Anfang Oktober war die Aktie des im MDax gelisteten Unternehmens auf ein Allzeithoch gestiegen. Zu Beginn der Pandemie war der Aktienkurs erst einmal zurückgegangen, hatte sich dann aber wieder gut erholt. Denn die Geschäfte entwickeln sich gut: Während die Zahl der Neukunden steigt, nimmt der Anteil an Retouren ab. Um die Rücksendungen weiter zu senken, hat Zalando das Schweizer Körperscanning-Start-up Fision übernommen. Eine von drei Rücksendungen gehe darauf zurück, dass Kleidungsstücke nicht passten, sagte Schröder.

Im September hatte das Unternehmen bekanntgegeben, in den Markt für Secondhandmode einzusteigen. Dieser sei erfreulich gestartet, teilte das Unternehmen mit. Zalando habe 100.000 Kleidungsstücke seit dem Start angekauft, erklärte Schröder, und mehrere Zehntausend seien abverkauft worden.

Zalando als möglicher Dax-Kandidat

Am heutigen Mittwoch endet die Anhörungsfrist zum Thema Dax-Erweiterung. Zalando würde zu den ersten Firmen gehören, die aufsteigen könnten. Nach der Marktkapitalisierung der frei handelbaren Aktien steht der Modehändler mit seinen knapp 17 Milliarden Euro nach jüngsten Berechnungen auf Rang 21 unter den größten börsengelisteten Firmen.

Analyst Bosse würde eine Dax-Aufnahme von Zalando begrüßen. Dies würde sich positiv auf die Aktie auswirken – nicht nur durch die größere Aufmerksamkeit, sondern auch dadurch, dass Fondsmanager ihre Positionen aufstocken müssten. Am heutigen Mittwoch ist die Aktie leicht im Plus und behauptet sich daher im schwierigen Umfeld.

Als Dank für die Leistungen der 14.000 Mitarbeiter während der Pandemie zahlt Zalando einmalig je 500 Euro.