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Zahlungsausfälle im Ramschbereich drohen sich zu verdoppeln

(Bloomberg) -- Die Zahl der Kreditausfälle in Europa wird sich nach Ansicht von S&P Global Inc. in diesem Jahr mehr als verdoppeln. Die Bonitätswächter rechnen mit einem Niveau, das an die schlimmsten Tage der globalen Corona-Pandemie heranreicht.

In ihrer jüngsten Schätzung geht S&P davon aus, dass die Defaultquote von Unternehmen mit spekulativem Rating im September 2023 die Marke von 3,25% erreichen wird. Ein Jahr zuvor betrug sie 1,4%.

Europas Unternehmen leiden unter der Energiekrise, steigenden Rohstoffpreisen und dem Umstand, dass auch viele Kunden das Geld zusammenhalten müssen. Zugleich wird die Refinanzierung bestehender Schulden mit den Zinserhöhungen der internationalen Notenbanken teurer.

“Für eine wachsende Zahl von Emittenten mit hohem Verschuldungsgrad und Hauptfälligkeiten von 2023 bis 2025 tragen begrenzte Refinanzierungsalternativen zum Anstieg unserer europäischen Ausfallraten für 2023 und 2024 bei”, hieß es bereits im Dezember in einem Bericht der Ratingagentur Fitch.

Fitch geht davon aus, dass die Ausfallrate für europäische Hochzinsanleihen 2023 auf 2,5% wächst von 0,7% im letzten Jahr. Im Bereich Leveraged Loans indessen sei mit einem Anstieg auf 4,5% zu rechnen, von 1,3%.

Moody’s Investors Service geht davon aus, dass die Zahlungsausfälle von Unternehmen, die Junk Bonds und Leveraged Loans begeben haben, im November 4,2% erreichen. Im November 2022 lag die Quote bei 3,1%.

Ende 2020/Anfang 2021 hatte die Ausfallquote den Höchststand von 6% erreicht. Laut Bloomberg-Daten werden in Europa, dem Nahen Osten und Afrika unterhalb der Investment-Grade-Kategorie in diesem Jahr Schuldtitel im Volumen von 103 Milliarden Euro fällig. Nächstes Jahr dürften es 154,9 Milliarden Euro werden und 2025 238,9 Milliarden Euro.

Überschrift des Artikels im Original:European Debt Defaults Seen Surging in Echo of Covid Turmoil

--Mit Hilfe von Molly Price und Lucca de Paoli.

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