Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 14 Minuten

Zahl der Pedelec-Unfälle stark gestiegen in Deutschland

WIESBADEN (dpa-AFX) - Die Zahl der Unfälle mit Pedelecs ist seit 2014 stark gestiegen. Häufig waren diese Unfälle schwerwiegender als Unfälle mit Fahrrädern ohne Motor, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag berichtete. Grund dafür sei insbesondere das nach wie vor höhere Alter der Verunglückten, sagte Bernhard Veldhues, Leiter der Gruppe "Wirtschaftsstruktur und Verkehr" beim Statistischen Bundesamt. Denn bei Stürzen nehme mit zunehmendem Alter die Wahrscheinlichkeit schwerer Verletzungen zu.

Allerdings werde das E-Bike auch bei Jüngeren zunehmend beliebter: Waren im Jahr 2014 noch 54,5 Prozent der verunglückten Pedelecfahrerinnen und -fahrer mindestens 65 Jahre alt, lag ihr Anteil im vergangenen Jahr nur noch bei 33,5 Prozent.

Im Jahr 2014 war jeder neunte Mensch, der mit einem Pedelec verunglückte, unter 45 Jahre alt, 2021 bereits rund jeder vierte. Zum Vergleich: Bei Verunglückten auf Fahrrädern ohne Motor war jeder sechste Betroffene 65 Jahre und älter. Mehr als jeder Zweite (55,5 Prozent) in dieser Gruppe war jünger als 45 Jahre.

2021 starben insgesamt 131 Menschen, die mit einem Pedelec unterwegs waren. Nur ein Mensch war jünger als 25 Jahre, 68 Prozent gehörten der Generation 65 plus an.

Wurden 2014 noch 480 000 Pedelecs verkauft, waren es im vergangenen Jahr bereits rund zwei Millionen Pedelecs, hieß es. Im Jahr 2014 meldete die Polizei 2 245 Pedelecunfälle mit Personenschaden, 2021 waren es 17 285. Zum Vergleich: Bei nichtmotorisierten Fahrrädern ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden von 2014 bis 2021 von 76 643 auf 67 931 gesunken. Allerdings flossen in die Statistik nur diejenigen Unfälle ein, die von der Polizei aufgenommen wurden. Die Dunkelziffer dürfte nach Einschätzung der Statistiker erheblich sein.

Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, verweist darauf, dass es hingegen beim Vergleich der Unfälle pro Kilometerfahrleistung kaum Unterschiede bei der Schwere der Unfälle bei Fahrrad- und Pedelecfahrern gibt. Ausnahme seien "die ganz jungen und die ganz alten" Verkehrsteilnehmer. Sinnvoll wäre aber gerade bei Pedelec-Fahrern eine "offensivere Kommunikation" über den Sinn eines Helms. Denn trotz der im Vergleich zum Fahrrad ohne Motor höheren Geschwindigkeit gibt es keine Helmpflicht oder vorgeschriebene Schutzkleidung. "Rechtlich ist ein Pedelec ein Fahrrad", sagte Brockmann. "Die Frage ist, ob das auf Dauer so bleiben kann."

Waren Pedelec-Fahrer im vergangenen Jahr in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt, lag es nach Angaben des Statistischen Bundesamts am häufigsten an falscher Straßenbenutzung - weil sie etwa auf dem Gehweg oder in falscher Richtung in einer Einbahnstraße fuhren. Auch zu hohe Geschwindigkeit und Alkoholeinfluss spielten häufig eine Rolle.

Zahlen gab es auch zu der Unfallentwicklung mit E-Scootern. Sie sind vor allem ein Großstadtphänomen: Knapp die Hälfte aller Unfälle mit Elektrorollern ereignete sich in Großstädten mit mehr als einer halben Million Einwohner. Eine weitere Auffälligkeit: Zwei Drittel der Fahrer, die in einen Unfall mit Personenschaden verwickelt waren, waren männlich. Menschen, die auf einem E-Scooter verletzt oder getötet werden, waren zudem im Durchschnitt 31 Jahre alt - und damit noch einmal deutlich jünger als die mit einem Fahrrad Verunglückten.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.