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WOCHENAUSBLICK: Auf die Rally folgt die Ruhe

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FRANKFURT (dpa-AFX) - Das neue Börsenjahr 2022 dürfte am deutschen Aktienmarkt ohne Hektik beginnen. Die Erholungsrally im alten Jahr hat zuletzt an Dynamik verloren. "Das Tempo der Jahresendrally ließ sich aber auch einfach nicht mehr durchhalten", merkte Analyst Marcel Mußler vom Börsenmagazin Mußler Briefe an. Nach der starken Aufwärtsbewegung kurz vor und nach Weihnachten kündige sich nun eine "Phase der Beruhigung" an.

Der deutsche Leitindex Dax <DE0008469008> legte im zu Ende gehenden Jahr 2021 bislang um mehr als 15 Prozent zu. Und auch für das Jahr 2022 bleiben viele Börsenexperten optimistisch, obwohl prozentual zweistellige Steigerungen eher nicht mehr erwartet werden. Stratege Robert Greil von der Privatbank Merck Finck begründet dies in erster Linie mit einer nachlassenden geldpolitischen Unterstützung durch die US-Notenbank Fed. Und auch die Corona-Pandemie sei noch nicht überstanden.

"Unbestritten ist, dass sich die Omikron-Variante weitaus schneller verbreitet als alle anderen Coronavirus-Varianten zuvor", schrieb Stratege Jürgen Molnar vom Handelshaus Robomarkets. Der Krankheitsverlauf und die Notwendigkeit von Krankenhauseinweisungen und Intensivpflege dürften darüber entscheiden, wie sehr das wirtschaftliche Leben beeinträchtigt wird. "Somit dürfte die Börse in den ersten Wochen des neuen Jahres weiter wie ein Seismograf auf die Erkenntnisse und Zahlen zur Omikron-Variante reagieren", erwartet Molnar.

Die Dynamik der wirtschaftlichen Erholung von der Pandemie samt einer Normalisierung der Produktion und der überstrapazierten Lieferketten spielt für die Aktienmärkte eine zentrale Rolle - und damit nicht zuletzt auch die Preisentwicklung. "Leider ist kurzfristig bei keinem der Faktoren eine Trendwende in Sicht", schrieb die Landesbank Baden-Württemberg. Der Start in das neue Jahr drohe aus konjunktureller Sicht unerfreulich zu werden.

Möglicherweise sind die Anleger erst gegen Ende der ersten Börsenwoche 2022 schlauer. So stehen am Donnerstag Inflationsdaten aus Deutschland und am Freitag aus der Eurozone zur Veröffentlichung an. Am Freitag folgen schließlich die Arbeitsmarktdaten aus den USA für den Dezember.

Die Experten der Commerzbank rechnen mit einem "eher mäßigen Arbeitsmarktbericht" und erinnern daran, dass bereits im November die Zahl der neu geschaffenen Stellen enttäuscht hatte. Zugleich sollte aber die Arbeitslosenquote weiter sinken. "Der Arbeitsmarkt verengt sich damit aber weiterhin", heißt es. Jedem Arbeitslosen stünden eineinhalb offene Stellen gegenüber, was die US-Notenbank im März dazu veranlassen sollte, "ihre Anleihekäufe einzustellen und ab dem zweiten Quartal die Zinsen zu erhöhen". Für die Aktienmärkte könnte die Luft also dünner werden./bek/ajx/jha/

--- Von Benjamin Krieger, dpa-AFX ---

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