Werbung
Deutsche Märkte öffnen in 8 Stunden 15 Minuten
  • Nikkei 225

    39.523,55
    +80,95 (+0,21%)
     
  • Dow Jones 30

    37.983,24
    -475,86 (-1,24%)
     
  • Bitcoin EUR

    61.130,99
    +753,96 (+1,25%)
     
  • CMC Crypto 200

    885,54
    0,00 (0,00%)
     
  • Nasdaq Compositive

    16.175,09
    -267,11 (-1,62%)
     
  • S&P 500

    5.123,41
    -75,65 (-1,46%)
     

WOCHENAUSBLICK: Dax nimmt Kurs auf 18 000 Punkte - Warnung vor zu viel Euphorie

FRANKFURT (dpa-AFX) -Nach ermutigenden Signalen wichtiger Notenbanken könnte die Rekordjagd des Dax DE0008469008 in der neuen Woche weitergehen. Die Anleger setzen darauf, dass die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-Notenbank Fed im Juni mit ihren Zinssenkungen beginnen. Anstehende Inflationsdaten könnten diese Hoffnung untermauern, genauso wie es der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag schon tendenziell getan hatte. Manche Analysten warnen aber vor zu viel Euphorie und rechnen zeitnah mit Gewinnmitnahmen.

"Auch nach über vier Monaten Rally haben die Anleger an der Frankfurter Börse ihre Kauflaune nicht verloren", schrieb Kapitalmarktstratege Jürgen Molnar vom Broker RoboMarkets. Der Dax steuere mit scheinbarer Leichtigkeit direkt auf die runde Marke von 18 000 Punkten zu. EZB und Fed dürften laut Molnar nur noch darum konkurrieren, wer zuerst die Leitzinsen senkt. Auftritte von Fed-Chef Jerome Powell und den Währungshütern der EZB hatten die Zinshoffnungen am Markt bestärkt und dem Dax Bestmarken beschert.

Die Geldpolitiker hatten aber zugleich erneut unmissverständlich klargemacht, dass die weiteren Zinsschritte von der Datenlage abhängen - wie zum Beispiel vom Jobbericht aus den USA. Dieser fiel vor dem Wochenende nur auf den ersten Blick stark aus. "Der Arbeitsmarktbericht enthält nichts, was die erste Zinssenkung der Fed weiter nach hinten verschieben könnte", kommentierte Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners. Nun stehen am Dienstag vor allem die US-Inflationsdaten auf der Agenda, die für die Fed ein weiterer wichtiger Indikator für die künftige Geldpolitik sind.

Der zu Jahresbeginn hohe Anstieg der Dienstleistungspreise dürfte sich für die Februardaten zwar nicht wiederholen, schrieb Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Dekabank. Allerdings bleibe die Inflationsdynamik in den USA insgesamt noch etwas hoch. "Sollten dann am Donnerstag höhere Einzelhandelsumsätze und am Freitag eine leicht gestiegene Industrieproduktion folgen, erhalten zu starke Zinssenkungsphantasien einen Dämpfer", so Kater. Aus seiner Sicht könnte das Tempo der geldpolitischen Lockerung langsamer und vorsichtiger sein, als es sich viele Marktteilnehmer wünschen.

WERBUNG

Falls die Inflation in den USA hartnäckig hoch bleibt, könnten Zinssenkungen in diesem Jahr sogar ganz ausfallen, warnte Metzler-Chefvolkswirt Edgar Walk - zumal dort auch Wahljahr sei. Dieses Thema hatten die Anleger, genauso wie geopolitische Konflikte, zuletzt weitgehend ausgeblendet. "Wir gehen aber davon aus, dass die Perspektive einer zweiten Präsidentschaft Trump mit ihren für Europa potenziell sehr negativen Folgen in Bezug auf Sicherheit und Handel an den Börsen bald in den Vordergrund rücken wird", schrieben die Experten der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Beim Vorwahl-Marathon am "Super Tuesday" hatte Donald Trump seinen Siegeszug bei den Republikanern fortgesetzt.

"Die Haltung der Anleger spiegelt weniger Zuversicht wider, sondern eher Sorglosigkeit und die Furcht, etwas zu verpassen", ergänzten die LBBW-Experten. Sie erwarten daher zunehmende Gewinnmitnahmen und eine Konsolidierung im Sommerhalbjahr. Auch Thomas Altmann von QC Partners sieht mittlerweile Warnsignale. Dax und EuroStoxx 50 EU0009658145 seien aus technischer Sicht massiv überkauft.

Mit Blick auf immer weiter steigende Kurse dürfe außerdem nicht vergessen werden, dass die Unternehmen perspektivisch mittels positiver Quartalszahlen liefern müssen, betonte Marktbeobachter Andreas Lipkow. Passend dazu geht die Berichtssaison mit zahlreichen Dax-Konzernen weiter. Im Verlauf der Woche legen unter anderem die Porsche AG DE000PAG9113, Eon DE000ENAG999 und RWE DE0007037129, Adidas DE000A1EWWW0, Zalando DE000ZAL1111, Rheinmetall DE0007030009 und Vonovia DE000A1ML7J1 Jahreszahlen vor.

Neben den Unternehmensberichten dürfte auch der große Verfallstag die Kurse bewegen. Am Freitag laufen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom "großen Verfall" oder auch "vierfachen Verfall" sprechen Börsianer, wenn Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien am selben Tag verfallen. Dann können Aktienkurse und auch Indizes ohne wesentliche Unternehmens- oder Konjunkturnachrichten spürbar schwanken./niw/tih/jha/

--- Von Nicklas Wolf, dpa-AFX ---