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Wissens-Adventskalender: Türchen 2 – Welche Tannenbäume sind wirklich nachhaltig?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Schon gewusst, dass du dir Tannenbäume auch ausleihen kannst? Unser Adventskalender versorgt dich täglich mit spannenden und kuriosen Fakten rund um die Weihnachtszeit, die dich schlauer machen – und unterhaltsamen Gesprächsstoff für die Feiertage liefern!

Auf den Tannenbaum wollen die meisten Deutschen nicht verzichten. (Bild: Getty Images)

Weihnachten rückt näher und näher – und damit auch die Frage, unter welchem Tannenbaum die Geschenke verteilt und ausgepackt werden. In Zeiten von Klimawandel und Nachhaltigkeits-Diskussionen lohnt es sich, nicht den erstbesten zu kaufen, sondern sich Gedanken dazu zu machen. Diese nachhaltigen Christbaum-Optionen gibt es.

Bio-Weihnachtsbäume

Eine valide Alternative sind Bio-Weihnachtsbäume. Im Gegensatz zu den hauptsächlich verkauften Christbäumen, die aus Plantagen stammen und dort aufgrund von Düngung und Pestizid-Gebrauch den Boden und die Tiere belasten, gedeihen diese in Mischkulturen. Die dafür verwendeten Flächen werden nicht mit Herbiziden bearbeitet. Du erkennst diese Bäume an verschiedenen Bio-Siegeln, wie beispielsweise Bio, Bioland, Naturland, Biokreis oder Demeter. Jener von Naturland beispielsweise unterliegt strengen Waldnutzungs-Richtlinien, zu denen der Verzicht von Pestiziden, Kahlschlag und Düngung gehört.

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Regionale Bäume

Sinnvoll ist auch, sich nach einem regionalen Baum umzuschauen – und sich nicht eine Nordmann-Tanne zuzulegen. Diese ist zwar der beliebteste Weihnachtsbaum in Deutschland, wächst aber nicht hier. Meist werden die Bäume aus angrenzenden EU-Nachbarländern wie Dänemark, Polen oder Österreich importiert. Der Naturschutzband Deutschland (NABU) empfiehlt den Kauf von heimischen Fichten, Kiefern oder Tannen, die auf sogenannten Sonderflächen unter Strom- oder auf Leitungstrassen wachsen. Die Flächen sind Teil der regionalen Forstbetriebe, bei Interesse kann man einfach beim Förster oder Forstamt nachfragen, teilt der NABU mit.

Es lohnt sich, sich vor dem Kauf über alle Alternativen zu informieren. (Bild: Getty Images)

"Wenn schon Weihnachtsbäume, dann am besten aus Forstbetrieben oder Weihnachtsbaumkulturen, die nach klaren, ökologisch ausgerichteten Regeln bewirtschaftet werden und bei denen dies auch von unabhängiger Seite kontrolliert wird", fast Rudolf Fenner von der Umwelt- und Naturschutz-Organisation Robin Wood die nachhaltige Weihnachtsbaumsuche zusammen. "Das schont vor allem die Umwelt und schließt eine – wenn auch geringe, so doch unnötige – Belastung durch Pestizidreste in den eigenen vier Wänden aus."

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Im Öko-Baum-Segment ist noch viel Luft nach oben. Nach einer Robin-Wood-Erhebung unter Öko-Christbaum-Produzenten lag der Marktanteil an verkauften Öko-Bäumen im Jahr 2017 bei nur 0,37 Prozent und wird auch in diesem Jahr noch unter 0,5 Prozent liegen.

Christbäume kann man auch ausleihen

Eine nachhaltige Option ist auch, den Christbaum nicht zu kaufen, sondern zu leihen. So kann man ihn nach der Weihnachtszeit wieder zurückgeben und einpflanzen lassen. Einige lokale Baumschulen und regionale Förstereien bieten diese Möglichkeit an. Man erhält den Baum dort in einem Topf, und nach den Feiertagen kann man ihn zurückgegeben, dann wird er eingepflanzt. Auf weihnachtsbaumfreunde.de etwa kann man verschiedene Christbäume mieten und in großen Städten wie Berlin, München, Hamburg oder Köln werden sie sogar wieder abgeholt.

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Wer etwas Gutes tun möchte, dem sei der Bergwaldprojekt e.V. ans Herz gelegt. Der Verein setzt sich für den Schutz, den Erhalt und die Pflege des Waldes an verschiedenen Orten in Deutschland ein. Laut des Vereins sind allein in den Dürrejahren 2018 und 2019 fast 300.000 Hektar Wald infolge der langanhaltenden Trockenheit abgestorben. Deshalb will das Bergwaldprojekt im April 2020 insgesamt 30.000 Bäume im Harzgebirge pflanzen. Für diese Aufforstung kann man einen Weihnachtsbaum spenden.

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