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Wirtschaft kritisiert schärfere Regeln für britische Arbeitsvisa

LONDON (dpa-AFX) -Die Deutsch-Britische Industrie- und Handelskammer (AHK) in London sieht in der geplanten Verschärfung der britischen Visaregeln für ausländische Fachkräfte eine zusätzliche Hürde. Die angekündigte deutliche Erhöhung des Mindestgehalts mache es Unternehmen noch schwerer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Ausland anzustellen, sagte AHK-Chef Ulrich Hoppe.

Der britische Innenminister James Cleverly hatte jüngst angekündigt, dass ausländische Fachkräfte mindestens 38 700 Pfund (45 150 Euro) statt bisher 26 200 Pfund Jahresgehalt beziehen müssen, damit sie ins Land kommen dürfen. Pflegekräfte sind ausgenommen, dürfen aber ebenso wie Studierende ihre Angehörigen nicht mehr mitbringen. Die verpflichtenden Gesundheitsgebühren, die ausländische Fachkräfte zusätzlich zu den Visakosten zahlen müssen, werden um zwei Drittel auf mehr als 1000 Pfund erhöht.

Mit den Maßnahmen will die konservative Regierung die Zuwanderung drastisch reduzieren. Im Vorjahr kamen unterm Strich 745 000 Menschen ins Land - deutlich mehr als vor dem Brexit.

Vor allem bei geringeren Einkommen bestehe der Arbeitskräftemangel bereits seit längerem, sagte Hoppe der Deutschen Presse-Agentur. Seit dem Ende der Arbeitnehmerfreizügigkeit nach dem Brexit könnten Unternehmen für viele Positionen ohnehin schon nicht mehr auf ausländische Fachkräfte zurückgreifen.

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Während bei multinationalen Konzernen die Gehälter ohnehin höher lägen, wirkten Kosten und Aufwand für Arbeitsvisa aber vor allem auf kleinere und mittlere Firmen abschreckend. "Deswegen verzichten diese nun häufiger darauf, gut ausgebildete Mitarbeitende aus dem Ausland anzustellen und leben stattdessen mit dem Arbeitskräftemangel und akzeptieren, dass aus diesem Grund gewisse Aufträge nicht angenommen werden können", sagte Hoppe.

Der britische Handelskammerverbund BCC kritisierte, die Verschärfung erhöhe den Druck auf drei Viertel der britischen Unternehmen. "Wenn es die Regierung ernst damit meint, die Wirtschaft anzukurbeln, muss sie ihre Anstrengungen zur Besetzung von Arbeitsplätzen verdoppeln", sagte BCC-Expertin Jane Gratton. Dazu gehöre, dass Unternehmen leichter Personal ausbilden können und mehr Menschen bei der Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt unterstützt würden.

Der Verband der britischen Fleischproduzenten (BMPA) warf der Regierung vor, sie wolle mit pauschalen Regeln willkürliche Migrationsziele erreichen. Dabei ignoriere sie die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Branchen. Der BMPA warnte vor Lohninflation und dadurch noch stärker steigenden Lebensmittelpreisen. Indem die Zahl der ausländischen Arbeitsmigranten begrenzt werde, verschärfe die Regierung zudem den Fachkräftemangel. Darunter würden letztlich auch steuerfinanzierte Dienstleistungen leiden.