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Wirecard-Skandal: Chef von 'Bilanzpolizei' DPR tritt zurück

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Im Skandal um den Bilanzbetrug bei Wirecard <DE0007472060> hat der Präsident der Deutschen Prüfstelle für Rechnungslegung, Edgar Ernst, seinen Rücktritt angekündigt. Er werde sein Amt auf eigenen Wunsch zum 31. Dezember niederlegen, teilte die Bilanzpolizei am Mittwoch mit. Ernst wolle der DPR einen personellen Neuanfang ermöglichen. Die Prüfstelle untersucht die Bilanzen deutscher Konzerne auf korrekte Buchführung. Im Fall Wirecard war sie in die Kritik geraten, weil der mutmaßliche Milliardenbetrug nicht auffiel.

Ernst war zuletzt wegen umstrittener Aufsichtsratsmandate aufgefallen. Die DPR erklärte, ab 2022 würden durch das Präsidium und andere Mitglieder der Prüfstelle keine Aufsichtsratsmandate mehr wahrgenommen - so wie es der Gesetzgeber vorsehe.

Die SPD-Abgeordnete Cansel Kiziltepe betonte, die Bilanzpolizei müsse unabhängig sein. Aufsichtsratsmandate vertragen sich nicht mit den Aufgaben des obersten Bilanzpolizisten", erklärte sie. Jeder Anschein eines Interessenkonflikts müsse vermieden werden. Ernsts Augenmerk habe zuletzt offenkundig "vor allem auf der Sammlung von wohlvergüteten Ämtern und nicht der Bilanzkontrolle" gelegen.