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Neuer DOSB-Boss geht auf Baerbock los

·Lesedauer: 2 Min.
Neuer DOSB-Boss geht auf Baerbock los
Neuer DOSB-Boss geht auf Baerbock los

Thomas Weikert, der neue Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), hat die designierte Bundesaußenministerin Annalena Baerbock für ihre Aussage über einen möglichen Boykott der Olympischen Winterspiele in Peking kritisiert.

„Frau Baerbock soll die Kirche einfach mal im Dorf lassen, das sage ich mal ganz deutlich“, sagte Weikert am Samstag nach seiner Wahl: „Ein Boykott hat noch nie jemandem was gebracht. Das wäre wirklich unfair gegenüber den Athleten, die sich jetzt so lange vorbereitet haben.“

Annalena Baerbock hatte Boykott-Debatte geschürt

Grünen-Chefin Baerbock hatte sich in der vergangenen Woche im Interview mit der taz dem Thema Boykott gedanklich angenähert. „Wenn ich sehe, wie Chinas Führung mit der Tennisspielerin Peng Shuai umgeht oder mit der verhafteten Bürgerjournalistin Zhang Zhan, sollten wir natürlich auch die Olympischen Spiele genauer in den Blick nehmen. Da gibt es für Regierungen unterschiedliche Formen des Umgangs, die in den kommenden Wochen sicherlich diskutiert werden.“

Der DOSB werde sich, so Weikert, bei den Winterspielen (4. bis 20. Februar) „im Rahmen unserer Möglichkeiten entsprechend positionieren“. Auf der Pressekonferenz nach der Mitgliederversammlung in Weimar am Samstag kritisierte der frühere Tischtennis-Weltverbandschef selbst die Menschenrechtslage in China deutlich.

“Seit 2008 (Sommerspiele in Peking/d. Red.) haben viele gedacht, dass sich durch Olympia was an der Menschenrechtslage verbessert. Und Fakt ist: Es hat sich nichts verbessert. Wahrscheinlich ist es schlechter geworden, was sehr bedauerlich ist“, so Weikert.

Olympia in China, WM in Katar: Thomas Weikert gegen Boykott

Ähnlich äußerte sich Weikert über die Fußball-WM im kommenden Jahr in Katar.

„Die WM ist vergeben nach Katar. Ich finde das auch keinen optimalen Ort. Man sollte genauso reagieren wie bei China: Auf die Verletzungen hinweisen“, sagte der 60 Jahre alte Anwalt: „Nach meinem Kenntnisstand besteht das Kafala-System weiterhin, auch wenn es niemand zugeben möchte. Die Verletzungen sind weiterhin da.“

Auch in diesem Fall hält Weikert wenig von einem Boykott: „Ein Boykott hat noch niemandem geholfen. Und deswegen sollte man auch dort nicht boykottieren, sondern hinfahren und versuchen zu ändern.“

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