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WDH/Stromversorger Vattenfall mit höherem Quartalsgewinn

(Überflüssiges Wort am Ende des ersten Absatzes gestrichen)

STOCKHOLM (dpa-AFX) - Der schwedische Energieriese Vattenfall hat im ersten Quartal trotz Corona-Krise und stark gefallener Strompreise mehr verdient. Das um Sondereffekte bereinigte Vattenfall-Ergebnis vor Zinsen und Steuern stieg in den ersten drei Monaten 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf rund 10,2 Milliarden Schwedische Kronen (rund 950 Millionen Euro), wie der auch in Deutschland aktive Konzern am Mittwoch in Stockholm mitteilte. Der Gewinn kletterte um sieben Prozent auf 6,9 Milliarden Kronen (645 Millionen Euro).

Die Gewinnsteigerung lasse sich vor allem auf höhere Erträge aus der betrieblichen Tätigkeit sowie einen Einmaleffekt aus dem Verkauf von Rechten zur Atomkraftproduktion in Deutschland zurückführen. Auch die Kundenbasis auf dem deutschen Markt wachse weiter, sagte Konzernchef Magnus Hall. Das Betriebsergebnis (Ebit) erhöhte sich um rund 50 Prozent auf 12,3 Milliarden Kronen (rund 1,14 Mrd Euro). Der Nettoumsatz ging um drei Prozent auf 48,2 Milliarden Kronen (4,5 Milliarden Euro) zurück.

Angesichts der Coronavirus-Pandemie rechnen die Schweden jedoch mit einer weiterhin sehr angespannten Situation am Markt, weshalb Kosten und Investitionen entsprechend angepasst werden sollen. Im Zuge der Covid-19-Krise bestehe das Risiko, dass in Europa in diesem Jahr 10 bis 15 Prozent weniger Strom verwendet werde, sagte Vattenfall-Chef Hall der Deutschen Presse-Agentur. Es sei allerdings äußerst schwierig, die langfristigen Auswirkungen der Pandemie vorherzusagen. "Ich denke, niemand hat eine Art kompletten globalen Lockdown bislang gesehen, sagte Hall. Niemand wisse, wie das Resultat davon aussehen werde.

Am gesetzten Ziel, binnen einer Generation Strom und Wärme ohne die Verwendung fossiler Brennträger zu erzeugen, hält Vattenfall dennoch fest. Auch wenn man kurzfristig sparen müsse, wolle man sich langfristige Entwicklungsmöglichkeiten nicht entgehen lassen, sagte Hall. "Wir müssen dieses Gleichgewicht halten."