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Wall Street schließt nach Rekordjagd kaum verändert

Die US-Börsen haben den Handelstag ohne größere Veränderungen beendet. Gute Geschäftszahlen haben die Aktie des IT-Konzerns IBM steigen lassen.

Die US-Börsen haben am Mittwoch nach einer Rekordjagd kaum verändert geschlossen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stagnierte bei 29.186,27 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte um moderate 0,1 Prozent auf 9383 Punkte vor. Der breit gefasste S & P 500 beendete den Handel mit einem minimalen Plus auf 3321 Punkten.

Die Hoffnung auf eine rasche Eindämmung des neuen Coronavirus und ermutigende Firmenbilanzen hatten der Wall Street zunächst weiteren Rückenwind verliehen. Im späteren Handel führte die Angst vor dem Virus aber dann doch zu einer Verkaufswelle.

In China sind an einem neuartigen Coronavirus mehr als ein Dutzend Menschen gestorben und Hunderte erkrankt. Auch aus anderen Ländern werden inzwischen Fälle gemeldet, darunter den USA. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat ihre Entscheidung darüber verschoben, ob der neue Coronavirus-Ausbruch einen internationalen Gesundheitsnotstand darstellt. Man werde am Donnerstag darüber befinden, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Mit dem Aufrufen des Notstandes wären schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung des Ausbruchs verbunden.

Einzelwerte im Fokus

Bei den Einzelwerten stiegen die IBM-Aktien um mehr als drei Prozent. Der IT-Konzern legte dank eines starken Cloud-Geschäfts ein Quartalsergebnis über Markterwartungen vor. Positiv sei vor allem das Umsatzplus, schrieb Analyst Knut Woller von der Baader Helvea Bank.

Auch Netflix überraschte mit einem Quartalsergebnis über den Prognosen. Allerdings verdarb die Warnung vor einem verschärftem Wettbewerb mit den neuen Streaming-Diensten von Apple und Disney Investoren die Laune. „Einen Vorgeschmack bietet die Entwicklung in den USA“, schrieb DZ Bank-Analyst Ingo Wermann. Hier enttäusche das Kundenwachstum. „Preiserhöhungen sowie der härtere Kampf um die 'kostbare Freizeit und die US-Dollar' der Nutzer resultierten in einer höheren Kündigungsquote.“ Netflix-Aktien büßten 3,6 Prozent ein.

Parallel zur Rekordjagd an der Wall Street ging auch der Höhenflug von Tesla weiter. Die Aktie verteuerte sich um gut vier Prozent. Damit übersprang der Börsenwert des Elektroauto-Pioniers erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar. Der weltgrößte Pkw-Bauer Volkswagen wird derzeit mit umgerechnet 99,8 Milliarden Dollar bewertet.

Boeing-Aktien litten erneut darunter, dass der Unglücksflieger 737 Max frühestens zur Jahresmitte wieder die Freigabe erhalten dürfte. Die Papiere fielen um 1,4 Prozent und auf den tiefsten Stand seit Ende 2018. Die Aktien des Erzkontrahenten Airbus eilen derweil von einem Rekordhoch zum nächsten.

Für Johnson & Johnson ging es nach Quartalszahlen um 0,7 Prozent abwärts. Der Gesundheitskonzern erwartet zwar weiteres Wachstum. Am Markt hieß es aber, die Umsätze im vierten Quartal hätten den Analystenkonsens verfehlt.