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VIRUS/ROUNDUP: Kreuzfahrer dürfen wegen Corona-Verdachts Schiff nicht verlassen

ROM (dpa-AFX) - Eigentlich sollte es ein schöner Kreuzfahrt-Tag sein, doch dann saßen Tausende Passagiere in Italien wegen Corona-Alarms auf einem Schiff fest. Eine Touristin aus der chinesischen Sonderverwaltungszone Macao hatte an Bord der "Costa Smeralda" über Fieber und Atemprobleme geklagt. Sie und ihr Mann wurden isoliert und untersucht. Über 6600 Menschen - darunter nach Angaben der Reederei 5023 Urlauber - durften das Schiff im Hafen der italienischen Stadt Civitavecchia nicht verlassen.

Am Abend sagte zwar ein Sprecher des italienischen Gesundheitsministeriums, dass erste medizinische Untersuchungen keinen Hinweis auf den Erreger ergeben hätten. Man müsse aber noch weitere Resultate abwarten. Vorerst blieb das Schiff im Hafen vor Anker.

Eine Sprecherin des Unternehmens Costa Crociere sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir warten noch auf das finale grüne Licht der Gesundheitsbehörden." Nach ihren Angaben waren außer den Urlaubern über 1600 Crew-Mitglieder an Bord. Eine genaue Zahl der deutschen Gäste konnte sie nicht nennen.

Zwischenzeitlich gab es bei verschiedenen Behörden Verwirrung, ob die ersten Passagiere schon aussteigen dürften. Mehr als 1000 Menschen, die ihre Reise in Civitavecchia ohnehin beenden wollten, erhielten von den Gesundheitsbehörden im Hafen nach Medienberichten die Erlaubnis. Doch dann untersagte der Bürgermeister der Stadt, Ernesto Tedesco, das wieder.

Das Schiff war gegen 8.00 Uhr eingelaufen. Die örtlichen Behörden ordneten an, dass die Passagiere nicht an Land gehen durften. Die erkrankte Frau und ihr Mann waren laut Medien am 25. Januar am Flughafen in Mailand angekommen. Bei dem Mann sei kein Fieber festgestellt worden, die 54-jährige Frau habe leichte Beschwerden gehabt.

Auf Twitter berichteten Kreuzfahrer in den folgenden Stunden, dass die Passagiere ruhig seien. Einige klagten, sie bekämen zu wenige Informationen. Auf Fotos und Videos im Netz war unter anderem zu sehen, wie Menschen mit Rollkoffern in Schiffsgängen saßen. Andere gingen auf den Decks bei Sonnenschein in warmen Jacken spazieren oder standen in kleinen Gruppen zusammen.

Das Paar aus China hat die Kreuzfahrt den Berichten nach in der Hafenstadt Savona in Ligurien begonnen. Das Schiff habe auf der regulären Tour durchs westliche Mittelmeer in Marseille, Barcelona und Palma de Mallorca Station gemacht, bevor es Civitavecchia anlief. Von dort erkunden die Schiffsreisenden in der Regel die italienische Hauptstadt Rom. Italien ist ein bei Chinesen beliebtes Reiseland.