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"Die sind verrückt!" - 12 Festnahmen nach Gewaltausbruch in Brüssel

In mehreren Städten Belgiens und der Niederlande ist es nach dem unerwarteten Triumph Marokkos im WM-Gruppenspiel gegen Belgien zu Gewaltausbrüchen gekommen.

Die heftigsten Ausschreitungen gab es in Brüssel und Antwerpen. In der Hauptstadt setzte die Polizei Tränengas und Wasserwerfer gegen rund 150 Randalierer ein. Einige von ihnen trugen Trikots der marokkanischen Fußballnationalmannschaft.

Polizisten wurden mit Steinen und anderen Gegenständen beworfen, Autos und Mülleimer gingen in Flammen auf. In Brüssel und Antwerpen wurden mindestens 20 Randalierer festgenommen. Zu ihren Identitäten wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Brüssel: "Die sind verrückt"

Ein wütender Ladeninhaber im Zentrum von Brüssel sagte: "Die sind verrückt, sie sind 14 oder 15 Jahre alt, und sie machen alles kaputt. Ich habe hier ein Geschäft. Alle Elektroroller, alles! Sie haben alles kaputt gemacht!"

Ein anderer Mann sagte: "Das ist kein Fairplay. Wir müssen versuchen, etwas Freude und Fröhlichkeit zu bewahren. Ich verstehe diese Gewalt nicht, ehrlich gesagt, sie ist sehr enttäuschend."

Die Bevölkerung war aufgerufen, das Stadtzentrum zu meiden. U-Bahnen und Straßenbahnen mussten den Betrieb vorübergehend einstellen. In Brüssel und Antwerpen wurden 20 Randalierer festgenommen. Der Brüsseler Bürgermeister Philippe Close bedankte sich nach der Eindämmung des Gewaltausbruchs bei der Polizei für ihren Einsatz.

Ähnliche Ausschreitungen gab es auch in den niederländischen Städten Amsterdam, Rotterdam und Den Haag sowie in Lüttich. In Rotterdam versammelten sich nach Polizeiangaben rund 500 Menschen, die zum Til Feuerwerkskörper und Gläser auf Einsatzkräfte schleuderten.

Der FIFA-Weltranglistenzweite und WM-Mitfavorit Belgien hatte Sonntagnachmittag bei der WM in Katar 0:2 gegen Außenseiter Marokko verloren. Die beiden Tore erzielten Abdelhamid Sabiri (73. Minute) und Zakaria Aboukhlal (90.+2).