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Warum eine Vergrößerung des Dax das richtige Signal wäre

·Lesedauer: 2 Min.

Der Ausbau des deutschen Kursbarometers auf 40 Titel wäre der richtige Schritt – und würde ein überfälliges Zeichen der Verjüngung setzen.

Bald könnten auf der Dax-Tafel 40 Firmen statt 30 stehen. Foto: dpa
Bald könnten auf der Dax-Tafel 40 Firmen statt 30 stehen. Foto: dpa

Theodor Weimer hat aus seinen Wünschen keinen Hehl gemacht. Schon als vergangene Woche mit Siemens Energy der Dax für 24 Stunden 31 Mitglieder hatte, frohlockte der Börsenchef, dass ein Schelm sei, wer etwas mehr über die Vergrößerung nachdenke. Eine Woche später lässt die Börse nun den Andeutungen klare Empfehlungen folgen und schlägt eine Vergrößerung des Dax von 30 auf 40 Unternehmen vor – und plant strengere Auflagen für die Mitgliedschaft im deutschen Leitindex.

Was ist davon zu halten? Der Schritt würde den größten Umbau des Dax in dessen Geschichte bedeuten – und er wäre ein richtiges Signal. Die Börse würde mit einem neuen XXL-Dax nicht nur ein paar alte Schwächen bereinigen, die spätestens seit dem Wirecard-Skandal deutlich geworden sind. Der Börsenbetreiber setzt so auch ein wichtiges Signal für die Verjüngung des wichtigsten deutschen Leitindexes, der gerade für ausländische Investoren das Schaufenster der deutschen Wirtschaft ist.

Bisher liegen in diesem Schaufenster vor allem die Könige der Vergangenheit. Als „Industriemuseum“ wurde der Dax zuletzt schon bespöttelt. Derzeit beherrschen die Autoindustrie und große Pharmakonzerne das Börsengeschehen im Leitindex. Das dürfte sich mit einer Erweiterung auf 40 Titel jedoch deutlich ändern.

So zählen auf den ersten Blick wohl der Duft- und Geschmacksstoffhersteller Symrise aus Holzminden, der Onlinehändler Zalando sowie das Biotech-Unternehmen Qiagen zu den heißesten Kandidaten, die von einem solchen Schritt unmittelbar profitieren könnten.
Für den Dax wäre das wie eine überfällige Verjüngungskur. Denn der Großteil dieser Firmen ist erst in diesem Jahrhundert entstanden – das Gesicht des Indexes würde frischer und attraktiver. Zugleich revidiert die Börse ein paar alte Schwächen. So fliegen Firmen künftig schneller raus, wenn sie ihr Zahlenwerk nicht pünktlich vorlegen, und es sollen auch nur nachweislich profitable Firmen in die erste Börsenliga aufsteigen.

Der Aufstieg des Essenslieferanten Delivery Hero, der bis heute defizitär ist, bliebe so ein Einzelfall – und das ist auch richtig. Nicht jedes junge Start-up muss gleich in den Dax. Nicht nur Größe, sondern auch Substanz muss entscheiden. Firmen wie Qiagen und Symrise zeigen, dass sich das durchaus verbinden lässt.
Die Deutschen haben leider ein eher gestörtes Verhältnis zum Finanzmarkt – und Wirecard hat dies nicht besser gemacht. Sollte der Skandal, der die Dax-Überprüfung auslöste, nun dafür sorgen, dass der Leitindex nun stabiler und moderner wird, würde aus dem Debakel für die Anleger zumindest am Ende etwas Gutes erwachsen.