Werbung
Deutsche Märkte geschlossen
  • DAX

    18.437,30
    -80,73 (-0,44%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.891,46
    -56,37 (-1,14%)
     
  • Dow Jones 30

    41.182,02
    +227,54 (+0,56%)
     
  • Gold

    2.460,40
    -7,40 (-0,30%)
     
  • EUR/USD

    1,0931
    +0,0029 (+0,26%)
     
  • Bitcoin EUR

    58.589,68
    -429,09 (-0,73%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.329,30
    -13,03 (-0,97%)
     
  • Öl (Brent)

    82,78
    +2,02 (+2,50%)
     
  • MDAX

    25.531,97
    -44,77 (-0,18%)
     
  • TecDAX

    3.348,53
    -26,78 (-0,79%)
     
  • SDAX

    14.506,73
    -117,65 (-0,80%)
     
  • Nikkei 225

    41.097,69
    -177,39 (-0,43%)
     
  • FTSE 100

    8.187,46
    +22,56 (+0,28%)
     
  • CAC 40

    7.570,81
    -9,22 (-0,12%)
     
  • Nasdaq Compositive

    18.003,85
    -505,49 (-2,73%)
     

Wie verdient DHDL-Investor Carsten Maschmeyer eigentlich sein Geld?

Der Milliardär investiert sein Geld in Startups. Beim Verkauf kann er seinen Einsatz vervielfachen - Copyright: TV Now / Bernd-Michael Maurer
Der Milliardär investiert sein Geld in Startups. Beim Verkauf kann er seinen Einsatz vervielfachen - Copyright: TV Now / Bernd-Michael Maurer

Wenn Carsten Maschmeyer bei "Die Höhle der Löwen" investiert, gehen schnell 100.000 Euro und mehr an die Gründer. Insgesamt hat sich der TV-Juror in der Show mit mehreren Millionen an Startups beteiligt. Aber wo kommt dieses Geld eigentlich her? Wie verdient Maschmeyer sein Geld?

Investments tätigt Maschmeyer nicht nur bei DHDL, auch abseits der Show beteiligt er sich an Unternehmen. Alle Investments, die im Zuge der Vox-Sendung passieren, laufen über eine Investment-Firma mit dem Namen Seed + Speed. Dort liegt das Geld, das Carsten Maschmeyer und seine Familie privat besitzen und das dann den Startups zur Verfügung gestellt wird. Maschmeyer soll ein Privatvermögen von mehr als einer Milliarde Euro haben.

Während die Jungunternehmen mit den neuen Finanzmitteln ihre Firma aufbauen und etwa Marketing-Kampagnen oder Sales-Mitarbeiter finanzieren, bekommt der Investor im Gegenzug Anteile am Unternehmen. Dafür wird zuvor eine Bewertung festgelegt, die besagt, wie viel Euro ein Investor für einen bestimmten Anteil am Unternehmen zahlen muss. In der Sendung sieht man die Löwen und Gründer dann häufig um Prozente und Euro feilschen. Mit mehr Anteilen, hat der Investor zudem mehr Mitsprache im Unternehmen.

So werden die Startup-Anteile von Carsten Maschmeyer zu Geld

Mit diesen Anteilen selbst verdient Maschmeyer aber kein Geld. Erst wenn es zu einem Exit-Event kommt - also jemand anders die Anteile von Maschmeyer kaufen will - kann er diese Beteiligung zu Geld machen. Ob er dann mit mehr oder weniger Geld aus dem Deal rausgeht, als er initial investierte, entscheidet wieder die Bewertung. Die wird dann im Zuge der neuen Finanzierung beziehungsweise dem Exit-Event festgelegt und richtet sich unter anderem danach, wie gut oder schlecht es dem Unternehmen zu dem Zeitpunkt geht.

WERBUNG

Wächst ein Unternehmen nach dem Investment von Maschmeyer also, ist davon auszugehen, dass auch seine Anteile an Wert gewinnen, wenn sie weiterverkauft werden. Einem Investor ist deshalb daran gelegen, dass es den finanzierten Unternehmen gut geht. Maschmeyer stellt den Gründerteams dafür unter anderem Vertriebs-Trainings bereit.

Maschmeyer hat mit Seed + Speed in zahlreiche Firmen investiert, allein 26 sind Investments in Startups, die bei "Die Höhle der Löwen" im TV aufgetreten sind. Durch die hohe Anzahl der Investments, die operative Arbeit mit den Startups und den Verwaltungsaufwand kümmert sich Maschmeyer nicht alleine um Seed + Speed, sondern hat ein Team von zwölf Investment-Mitarbeitern, von denen sich vier Personen einzig um DHDL-Deals kümmern.

Diese DHDL-Firmen hat der TV-Star bisher verkauft

Seine Anteile an DHDL-Firmen hat Maschmeyer bisher bei fünf Unternehmen veräußert, also jeweils einen Exit hingelegt. Das sind:

  • Der digitale Größenberater Presize, den der US-Konzern Meta (Ex-Facebook) übernahm. Der Kaufpreis ist nicht bekannt, es soll sich aber nach eigenen Angaben um einen erfolgreichen Exit gehandelt haben. Maschmeyer investierte 650.000 Euro und bekam dafür 15 Prozent am Unternehmen.

  • Die Videobewerbungs-Plattform Talentcube, die vom HR-Konzern Phenom People aufgekauft wurde. Maschmeyer bekam dafür Anteile an dem Milliardenunternehmen. Investiert hatte er in Talentcube 400.000 Euro und bekam 33,3 Prozent der Anteile.

  • Der Pizzateig-Hersteller Lizza, der für einen Millionenbetrag an die Hamburger Cremer Holding ging. Maschmeyer investierte gemeinsam mit TV-Kollege Frank Thelen 150.000 Euro für 25 Prozent. 2023 - drei Jahre nach dem Exit - ging Lizza insolvent.

  • Das Nahrungsergänzungsmittel-Startup Veluvia kaufte der Teleshopping-Sender Channel21. Die Exit-Summe ist nicht bekannt, dürfte aber im Millionen-Bereich liegen: Im Exit-Jahr 2019 verkündete Veluvia im ersten Quartal einen Millionenumsatz gemacht zu haben. Carsten Maschmeyer investierte gemeinsam mit TV-Juror Ralf Dümmel 300.000 Euro für einen Firmenanteil von 25,1 Prozent.

  • Die Food-Community Foodguide wird auf der Portfolio-Übersicht von Seed + Speed als Exit deklariert, weitere Informationen sind nicht öffentlich. Gegenüber Gründerszene sagt der Mitgründer und CEO Malte Steiert, seine Firma habe sich von allen Gesellschaftern getrennt, da man keine Investmentperspektive mehr verfolge. 2017 hatte Maschmeyer 450.000 Euro für 20 Prozent der Anteile hingelegt.

Diese DHDL-Investments konnte Maschmeyer nicht zu Geld machen

Weniger gut lief es hingegen bei anderen DHDL-Investments. So scheiterte 2019 die E-Rollator-Firma Emovements (Maschmeyer und TV-Löwe Georg Kofler investierten gemeinsam 400.000 Euro). Das Arbeitsplatz-Startup Independesk musste im Jahr 2021 Insolvenz anmelden (auch hier investierten Maschmeyer und Kofler gemeinsam 200.000 Euro).

Das gleiche Schicksal ereilte das Bäckerei-Startup Kuchentratsch (Investment von 100.000 Euro gemeinsam mit TV-Jurorin Dagmar Wöhrl), die Firma konnte aber gerettet werden: Eine Großbäckerei übernahm das Geschäft. Viel Geld dürfte Maschmeyer dabei allerdings nicht gesehen haben.

Weitere Investments abseits von "Die Höhle der Löwen"

Neben den Investments mit privatem Geld über die Firma Seed + Speed hat Maschmeyer noch drei weitere Finanz-Vehikel aufgebaut: Das erste ist Alstin Capital, wo Maschmeyer unter anderem das Geld von Dritten verwaltet und in Startups investiert, die Millionen-Summen zum weiteren Wachstum brauchen. Für die Verwaltung des Geldes bekommt Maschmeyer Geld, zudem einen Teil der Rendite beim Verkauf der Anteile.

Erfolgreiche Investments sind die Verkäufe bei Studydrive (Exit an Stepstone), Stocard (110-Millionen-Exit an Klarna) und Alyne (zweistelliger Millionen-Exit an Mitratech).

Das zweite Vehikel ist Maschmeyer Group Ventures, hier investiert Maschmeyer wie bei Seed + Speed ebenfalls eher kleinere Summen, allerdings mit Fokus auf Amerika. Der Slogan der Firma mit Sitz in San Francisco ist entsprechend amerikanisch: "Dream Big. Work Hard."

Mit Paladin Asset Management investiert Maschmeyer in Unternehmen, die an der Börse unterbewertet sind. Dritte Investoren beteiligen sich an diesem Fonds, derzeit Paladin ONE, der laut Investorenbrief vom ersten Quartal dieses Jahres eine Performance von 4,9 Prozent erreicht haben soll.