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Verdi-Chef fordert staatliche Zuschüsse für Kulturschaffende

BERLIN (dpa-AFX) - Verdi-Chef Frank Werneke hat direkte staatliche Zuschüsse für Kulturschaffende und öffentliche Kultureinrichtungen gefordert. "Durch die Corona-Epidemie ist die Kreativwirtschaft in eine tiefe Krise geraten", sagte Werneke der "Rheinischen Post" (Samstag). "Bis es wieder eng gefüllte Zuschauerränge geben kann, wird es leider noch geraume Zeit dauern", sagte der Verdi-Chef weiter. Daher würden jetzt Zuschüsse benötigt, die nicht zurückgezahlt werden müssten. Die gelte auch für öffentliche Kultureinrichtungen.

Auch beim Kurzarbeitergeld forderte Werneke weitere Verbesserungen - vor allem für die Kulturbranche. "Gerade im Kulturbereich sind viele niedrige Einkommen vorzufinden", sagte er zur Begründung. "Eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes erst ab dem vierten Monat und dann auch nur auf 70 beziehungsweise 77 Prozent geht an der Wirklichkeit vieler dieser Beschäftigten vorbei", sagte Werneke. Hier brauche es eine deutliche Erhöhung.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch mehrere Gesetzespakete auf den Weg gebracht, um die Corona-Krise abzufedern - darunter auch für eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes. Bisher gibt es 60 Prozent des letzten Nettolohns oder 67 Prozent für Menschen mit Kindern. Künftig sollen ab dem vierten Monat des Bezugs 70 Prozent beziehungsweise 77 Prozent sein - ab dem siebten Monat 80 Prozent oder 87 Prozent.

Kulturschaffende sind neben Gastronomen, der Veranstaltungsbranche und dem Tourismus von den Auflagen und Schutzmaßnahmen in der Corona-Pandemie besonders stark betroffen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit haben Unternehmen in Deutschland für rund 10,1 Millionen Menschen in der Corona-Krise Kurzarbeit angemeldet. Sie bekommen dann Kurzarbeitergeld.