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Verbraucherschützer kritisieren Mehrwertsteuersenkung

BERLIN (dpa-AFX) - Mit Blick auf das Konjunkturpaket der Bundesregierung haben Verbraucherschützer direkte Hilfen für Konsumenten gefordert. Verbraucher rechneten nicht damit, dass Unternehmen die Mehrwertsteuersenkung an sie weitergeben, schreibt der Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, Klaus Müller, in einem Gastbeitrag für die "Süddeutsche Zeitung" (Wochenende). Verbraucherhilfen dürften nicht von Unternehmen abhängig sein

"Eine Senkung der Stromkosten um zusätzliche neun Milliarden, ein doppelt so hoher und besser erklärter Kinderbonus von 600 Euro wären eine mögliche Alternative zur Mehrwertsteuersenkung", schreibt Müller. Durch die geplante Senkung der EEG-Umlage spare ein Durchschnittshaushalt im kommenden Jahr schätzungsweise zehn Euro. "Ein paar Cent pro Monat werden weder einen Konjunkturimpuls auslösen noch Zuversicht und Sicherheit steigern", argumentiert Müller. Die Strompreise müssten spürbar sinken.

Auch "eine deutliche Absenkung der Lohnnebenkosten, die Arbeitnehmer und Unternehmen gleichermaßen entlastet, könnte in Betracht kommen", schreibt Müller. Wichtig sei, dass Unternehmen und Verbraucher in den Fokus genommen werden, "und letztere wirklich entlastet werden".