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Verbände: Scholz muss Verkehrswende 'zur Chefsache' machen

BERLIN (dpa-AFX) -Mehrere Verkehrsverbände haben ein geplantes Spitzentreffen von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Vertretern vor allem aus der Autoindustrie kritisiert. "Der Verkehrssektor ist der einzige Sektor, der seine CO2-Reduktion nicht hinbekommen hat", sagte der Hauptgeschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene, Dirk Flege, am Montag in Berlin. "Vor dem Hintergrund können wir es uns nicht mehr länger leisten, in Kästchen zu denken, jeden Verkehrsträger isoliert zu betrachten." Die Verbände forderten Scholz auf, die Verkehrswende "zur Chefsache" zu machen.

Bei dem Treffen am Dienstag im Kanzleramt fehlten Vertreter wichtiger Akteure der Verkehrsbranche, betonte Flege. Dass sich der Titel der Sitzung auf die gesamte Mobilitätswirtschaft beziehe, sei deshalb "Etikettenschwindel".

Ähnlich äußerten sich der ADFC, der Bundesverband Zukunft Fahrrad sowie der Zweirad-Industrieverband. "Wo Mobilitätswirtschaft drauf steht, muss auch Mobilitätswirtschaft drin sein", sagte Wasilis von Rauch, Geschäftsführer von Zukunft Fahrrad.

Scholz will sich an diesem Dienstag unter dem Titel "Erstes Spitzengespräch der Strategieplattform Transformation der Automobil- und Mobilitätswirtschaft" vor allem mit Vertretern von Autoherstellern und Zulieferern treffen, darunter nach Unternehmensangaben Mercedes DE0007100000-Chef Ola Källenius. Medienberichten zufolge sollen auch die Chefs von VW DE0007664039 und BMW DE0005190003 - Oliver Blume und Oliver Zipse - an dem Treffen teilnehmen. Dazu kämen Vertreter von Zulieferern und IG-Metall-Chef Jörg Hofmann. Inhaltlich soll es unter anderem um die Elektromobilität im Autosektor gehen.