Deutsche Märkte schließen in 7 Stunden 40 Minuten
  • DAX

    13.889,58
    +41,23 (+0,30%)
     
  • Euro Stoxx 50

    3.612,35
    +9,68 (+0,27%)
     
  • Dow Jones 30

    30.814,26
    -177,24 (-0,57%)
     
  • Gold

    1.843,00
    +13,10 (+0,72%)
     
  • EUR/USD

    1,2118
    +0,0035 (+0,29%)
     
  • BTC-EUR

    30.787,46
    +614,47 (+2,04%)
     
  • CMC Crypto 200

    736,29
    +1,15 (+0,16%)
     
  • Öl (Brent)

    52,52
    +0,16 (+0,31%)
     
  • MDAX

    31.293,36
    +86,88 (+0,28%)
     
  • TecDAX

    3.289,51
    +18,07 (+0,55%)
     
  • SDAX

    15.235,16
    +81,90 (+0,54%)
     
  • Nikkei 225

    28.633,46
    +391,25 (+1,39%)
     
  • FTSE 100

    6.752,20
    +31,55 (+0,47%)
     
  • CAC 40

    5.631,64
    +14,37 (+0,26%)
     
  • Nasdaq Compositive

    12.998,50
    -114,10 (-0,87%)
     

VDA-Präsidentin Müller: Deutschland braucht mehr Ladesäulen

Tyborski, Roman
·Lesedauer: 3 Min.

Die Präsidentin des Autoverbands fordert einen schnellen Ausbau der Ladeinfrastruktur. Sonst könnte das Vertrauen der Kunden in die Elektromobilität leiden.

Die VDA-Chefin fordert mehr Tempo und mehr staatliche Unterstützung beim Ausbau des Ladenetzes in Deutschland. Foto: dpa
Die VDA-Chefin fordert mehr Tempo und mehr staatliche Unterstützung beim Ausbau des Ladenetzes in Deutschland. Foto: dpa

Für Hildegard Müller, Präsidentin des Verbands der Automobilindustrie (VDA), geht der Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu langsam voran. „Wir müssen das Thema Ladeinfrastruktur jetzt ganzheitlich angehen, um Vertrauen bei den Kunden in die Elektromobilität zu schaffen“, sagte Müller am Mittwochabend auf dem Handelsblatt Energie-Gipfel im Gespräch mit Handelsblatt-Chefredakteur Sebastian Matthes.

„Im Prinzip müsste jetzt jeder Oberbürgermeister einen Plan zum Aufbau einer Ladeinfrastruktur für seine Kommune haben“, sagte Müller.

Seit Juli vergangenen Jahres fördert die Bundesregierung mit einer Kaufprämie den Erwerb von Elektroautos. Bis zu 9000 Euro bekommen Kunden vom Staat und den Autoherstellern, wenn sie sich ein neues elektrifiziertes Fahrzeug kaufen. Die Kaufprämie hat für einen Schub bei den Zulassungen neuer Elektrofahrzeuge in Deutschland gesorgt. Im vergangenen Jahr wurden über 194.000 Elektroautos in Deutschland neu zugelassen und damit 206 Prozent mehr als 2019.

Der Ausbau der Ladeinfrastruktur jedoch hinkt weiter hinterher. Müller sieht darin ein großes Problem für die Elektromobilität. „Meine Sorge ist, dass die Schere zwischen dem Hochlauf der Produktion von Elektroautos und dem Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland zu weit auseinandergeht“, sagt Müller.

Vom Ziel von einer Million Ladesäulen bis zum Jahr 2030 ist Deutschland noch weit entfernt. Gerade einmal 33.000 öffentliche Ladestationen gibt es hierzulande. „Es gehört auch dazu, die Sicherheit bei den Kunden zu schaffen, jederzeit und überall laden zu können. Deswegen brennt uns das Thema Ladeinfrastruktur so unter den Nägeln.“

Bevor Müller Präsidentin des VDA wurde, war sie Netzvorständin der RWE-Ausgliederung Innogy. Müller zufolge ist der Bau von Ladesäulen für die Energiewirtschaft derzeit noch kein lohnendes Geschäftsmodell. „Deshalb ist es wichtig, die Politik zu motivieren, den Hochlauf der Elektromobilität in der Ladeinfrastruktur engagiert zu fördern.“

Alleingänge beim Ladenetzausbau nicht förderlich

Um die Ladekosten auf ein wettbewerbsfähiges Niveau im Vergleich zu den Benzinpreisen senken zu können, regt Müller auch eine Reform der EEG-Umlage an. „Eine wichtige Frage ist auch, wie sehr der geladene Strom mit Steuern und Abgaben belastet wird. Vorstellbar wäre, dass der Strom aus den Ladesäulen von der EEG-Umlage befreit wird.“

Von Alleingängen der Autobauer beim Ausbau des Ladenetzes, so wie es Tesla mit seinem Supercharger-Netz praktiziert, hält die VDA-Präsidentin nicht viel. Es sei nicht förderlich, wenn die Ladeinfrastruktur von mehreren Unternehmen doppelt oder dreifach aufgebaut werde. „Das stresst die Stromnetze.“

Anders bewertet Müller Teslas Fabrikbau im brandenburgischen Grünheide. Hier will der Elektroautobauer ab Mitte des Jahres die ersten Fahrzeuge produzieren. „Wir als Automobilverband begrüßen es, dass Tesla ein Werk in Deutschland baut“, sagt Müller. Tesla werde mit vielen deutschen Zulieferern zusammenarbeiten. „Es zeigt, dass wir hierzulande hohe Kompetenzen im Bereich der Elektromobilität besitzen.“

Müller selbst fährt aber noch kein rein batterieelektrisches Fahrzeug. Sie setzt privat und dienstlich lieber auf ein Auto mit Hybridantrieb. „Für mich ist das derzeit die ideale Antriebskombination, die meinem Nutzungsverhalten eines Autos sehr entgegenkommt.“ Die deutschen Autobauer dürfte das freuen. Die haben nämlich derzeit deutlich mehr Hybridfahrzeuge im Angebot als reine Elektroautos.

Wie zurzeit alle Handelsblatt-Veranstaltungen findet der Energie-Gipfel 2021 digital statt. Weitere Informationen und Tickets finden Sie hier. Ab 9.30 Uhr können Sie die Veranstaltung im Liveblog verfolgen. Die Auftritte von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier und EnBW-Chef Frank Mastiaux werden zudem als Livestream übertragen.