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Vatikan erwartet Finanzlöcher weger Covid-19-Krise

ROM (dpa-AFX) - Der Vatikan rechnet wegen der Corona-Krise mit sinkenden Einnahmen etwa durch die geschlossenen Museen und womöglich weniger Spenden. Trotzdem stünden die Finanzen des Kirchenstaates nicht auf der Kippe, sagte Juan Antonio Guerrero Alves, der Präfekt des Wirtschaftssekretariats von Papst Franziskus, der katholischen Medienplattform "Vatican News". "Der Vatikan geht nicht pleite. Das bedeutet jedoch nicht, dass wir die Krise nicht als das betrachten müssen, was sie ist. Wir haben definitiv einige harte Jahre vor uns", sagte Alves in dem am Mittwoch in Rom veröffentlichten Interview.

Die Kirche sei kein Unternehmen und habe kein Profit-Ziel, betonte der Finanzchef des Vatikans. Der Heilige Stuhl habe vielmehr eine Mission zu erfüllen. Man werde sparen, aber nicht etwa bei den Hilfen für die Ärmsten.

Der Vatikan rechne für 2020 mit Umsatzrückgängen zwischen 25 Prozent und - "pessimistisch gedacht" - bis zu 45 Prozent, sagte der spanische Jesuit. Nach seinen Worten lassen sich mögliche Rückgänge bei Spenden noch nicht abschätzen. Eine große Einnahmequelle jedoch seien die Vatikanischen Museen, die wegen der Covid-19-Krise seit März geschlossen sind. Andere Quellen seien etwa Erträge aus kirchlichen Immobilien und Unternehmen. Die Einnahmen hätten zwischen 2016 und 2020 im Schnitt um 270 Millionen Euro gelegen, die Ausgaben im Schnitt um die 320 Millionen.