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„Völlig überzogene Diskussion“ kostet Marktführer Weco Umsatz

Die Debatte um die Umweltbelastung durch Silvesterböller und -raketen schlägt auf das Geschäft der Feuerwerkshersteller durch. Marktführer Weco kämpft mit Umsatzverlusten und stimmt die Branche auf magere Zeiten ein.

Die Idee von legitimen und sich selber finanzierenden Klimaschulden ist verfehlt, findet Friedrich Heinemann. Foto: dpa

Die Debatte um Silvesterböller, Knaller und Raketen hat die Geschäfte von Deutschlands größtem Feuerwerkshersteller Weco belastet. „Die genauen Zahlen liegen noch nicht vor, aber wir rechnen für 2019 mit einem Umsatzminus von rund fünf Prozent“, sagt Thomas Schreiber, Geschäftsführer des deutschen Feuerwerk-Marktführers. Die nach Ansicht Schreibers „völlig überzogene Diskussion“ über Feinstaubbelastung und Klimafolgen der Silvesterfeuerwerke habe demnach „bei einigen Endverbrauchern leider verfangen und zu einem Nachfragerückgang geführt“. Zudem hätten Konsumenten ihre Produktauswahl verändert. Rückläufig sei vor allem der Verkauf von Raketensets und Böllern. Der Absatz von Kinder- und Leuchtfeuerwerk habe sich dagegen positiv entwickelt.

Angesichts der Schärfe der Auseinandersetzung „hätte es für Weco aber auch schlimmer kommen können“, so Schreiber. „Die Branche wird sich daran gewöhnen müssen, das große Wachstumssprünge vorerst nicht mehr zu erwarten sind.“ Dennoch wolle Weco an seinen drei deutschen Werken festhalten und auch den Personalbestand weitestgehend konstant halten. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 420 Mitarbeiter.

Organisationen wie die Deutschen Umwelthilfe (DUH) machen schon seit Jahren gegen die Böllerei an Silvester mobil, weil sie Feinstaub verursache und gefährlich für Kinder und Tiere sei. Der Alternativvorschlag der Umweltschützer: Laser- und Lichtshows. Die DUH fordert außerdem Einzelhändler dazu auf, keine Feuerwerksartikel auf Schwarzpulverbasis mehr zu verkaufen.

Weco-Chef Schreiber spricht dagegen von ‚Scheinargumenten‘ der DUH und anderer Kritiker. Feuerwerk sei deutlich weniger schädlich als oft behauptet, so würden bislang genannte Feinstaubmengen nur auf „fragwürdigen Berechnungen nicht aber auf konkreten Messungen“ beruhen.

Zum Jahreswechsel hatte eine ganze Reihe von Einzelhändlern öffentlichkeitswirksam auf das Geschäft mit Krachern und Raketen verzichtet und dies mit dem Argument begründet, einen Beitrag zum Umweltschutz leisten zu wollen. Als prominentester Vertreter kündigte die Baumarktkette Hornbach jüngst an, von 2020 an in Deutschland kein Feuerwerk mehr ins Sortiment zu nehmen.

Auch die Baumarktkette Bauhaus teilte mit, 2020 „das Sortiment an Feuerwerk und Böllern in Hinblick auf Nachhaltigkeit komplett zu überarbeiten“. Das könne auch einen kompletten Verzicht bedeuten. Die großen Lebensmittelketten Aldi, Lidl, Kaufland und Real wollen dagegen an dem Geschäft mit der Knallerei festhalten.

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Die Diskussion über Feinstaubbelastung der Silvesterfeuerwerke sorgt wohl für einen Nachfragerückgang. Die Branche stellt sich auf magere Zeiten ein. Foto: dpa