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USA: Industrie-Stimmung fällt auf den niedrigsten Stand seit der Finanzkrise

WASHINGTON (dpa-AFX) - Die Stimmung in der US-Industrie ist im April belastet durch die Corona-Krise auf den tiefsten Stand seit der Finanzkrise vor elf Jahren gefallen. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel von 49,1 Punkten im Vormonat auf 41,5 Punkte, wie das Institute for Supply Management am Freitag in Washington mitteilte. Dies ist der niedrigste Stand seit April 2009. Volkswirte hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang auf 36,0 Punkte gerechnet.

Die Zahlen zeigen, dass die US-Industrie durch die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus extrem stark belastet wird. So der Unterindikator für die Produktion auf einen Rekordtiefstand gefallen. Auch die Unterindikatoren für neue Aufträge und Beschäftigung gaben deutlich nach. Der Gesamtwert wird jedoch durch die langen Lieferzeiten verzerrt. Diese gelten gewöhnlich als ein Signal für eine starke Nachfrage. Derzeit wird aber vor allem eine Unterbrechung der Lieferketten dafür verantwortlich gemacht. Der Indikator für die Lieferzeiten stieg auf den höchsten Stand seit 1974.

Der ISM-Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die wirtschaftliche Aktivität in den USA. Zwar erwirtschaftet die amerikanische Industrie einen wesentlich kleineren Teil als der deutlich größere Dienstleitungssektor. Allerdings hängt das Geschäft vieler Dienstleister vom Zustand der Industrie ab. Der Dienstleistungssektor leidet noch stärker unter der Krise. Schließlich ist er besonders durch die Einschränkung des öffentlichen Lebens betroffen.

Die Entwicklung im Überblick:

^ April Prognose Vormonat

Einkaufsmanagerindex 41.5 36,0 49,1

Beschäftigungsindex 27,5 -- 43,8

Auftragsindex 27,1 -- 42,2

Preisindex 35,3 33,0 37,4

Produktionsindex 27,5 --- 47,7

Lieferungsindex 76,0 --- 65,0 °

(Angaben in Punkten)