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US-Broker Robinhood lässt wieder freien Aktienhandel zu - auch bei Gamestop

·Lesedauer: 2 Min.

MENLO PARK (dpa-AFX) - Der US-Broker Robinhood hat Beschränkungen für Aktien des Computerspiele-Händlers Gamestop <US36467W1099> und anderer Unternehmen nach heftiger Kritik aufgehoben. Es gebe derzeit keine Kaufbeschränkungen, teilte das Unternehmen am späten Donnerstagabend auf seiner Internetseite mit. Gut eine Woche nach dem Kursrekord bei Gamestop können Nutzer bei Robinhood nun wieder ungehindert Aktien des Computerspiele-Händlers und anderer Unternehmen wie Blackberry <CA7609751028>, AMC <US00165C1045> Entertainment <US00165C1045> und Nokia <FI0009000681> kaufen. Gleiches gilt für Optionen auf diese Wertpapiere.

Bereits Anfang der Woche hatte Robinhood seine Restriktionen minimal gelockert. So war teilweise nur der Kauf eines einzelnen Anteilsscheins erlaubt.

Mehr als ein halbes Dutzend Firmen, die bei Nutzern des Internet-Forums Reddit besonders gefragt waren, hat seit den Handelsverboten vergangene Woche stark an Wert eingebüßt. Kurz nach Handelsstart lag der Xetra-Kurs von Gamestop <US36467W1099> am Freitag bei rund 44 Euro, nachdem er vergangene Woche die 400-Euro-Marke geknackt hatte.

Viele Privatanleger sehen den unterbrochenen Handel bei Robinhood und weiteren Brokern als Blockade des Momentums: Robinhood hatte am Donnerstag vergangener Woche überraschenderweise für mehrere Stunden den Handel mit bestimmten Aktien ausgesetzt. Das Unternehmen begründete den Schritt mit einer "anhaltenden Marktvolatilität". Betroffen waren aber auch Firmen wie Starbucks <US8552441094>, Trivago <US89686D1054> und Moderna <US60770K1079>, die im Gegensatz zu Robinhoods Darstellung keinen besonderen Kursschwankungen unterlagen.

Kritiker fühlen sich ausgesperrt und vermuten Repressalien von Hedgefonds gegen Robinhood als Grund. Selbst US-Politiker wie die Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez und der Republikaner Ted Cruz, die üblicherweise gänzlich andere Positionen vertreten, stellten sich gemeinsam auf die Seite der Privatanleger.

Auch in Deutschland waren Broker wie Trade Republic und Trading212 in Bedrängnis geraten, weil sie ihren Nutzern den Zugang zum freien Markt untersagten. So war zeitweise nur der Verkauf bestimmter Wertpapiere, nicht aber der Kauf neuer Anteile gestattet. Trade Republic hatte sich erst am Mittwoch für den Kaufstopp bestimmter Aktien in einer "beispiellosen Situation" entschuldigt. "Wir haben die Erwartungen an einen modernen, demokratischen und freien Broker enttäuscht", hieß es.

In dem Gamestop-Fall hatten sich Privatanleger gegen sogenannte Shortseller wie Citron Research und Melvin Capital gestellt, die bei den Aktien der besagten Unternehmen in großem Umfang auf fallende Kurse gewettet hatten. Weil die Kurse daraufhin nach oben schossen, erlitten einige Hedgefonds hohe Verluste.