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US-Börsen erholen sich leicht – Fluggesellschaften legen zweistellig zu

Nach der rasanten Talfahrt am gestrigen Donnerstag haben sich die Kurse am Freitag leicht erholt. Zu den größten Gewinnern zählten die großen Verlierer des Vortages.

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa

Der US-Standardwerteindex Dow Jones legte am Freitag zum Auftakt um 2,6 Prozent auf 25.811 Punkte zu, die technologielastige Nasdaq gewann 2,4 Prozent auf 9723 Punkte, der breit gefasste S & P 500 notierte 2,7 Prozent höher und lag kurz nach Handelsstart bei 3083 Punkten.

Der Ausverkauf am Donnerstag war vor allem durch die Angst vor einem Wiederaufflammen der Corona-Pandemie ausgelöst worden, hinzu kam ein pessimistischer Konjunkturausblick der US-Notenbank Fed. Dass die Stimmung am Freitag wieder optimistischer ist, hatte sich vorbörslich angedeutet – die Kurse an der Wall Street lagen am Vormittag bis zu zwei Prozent im Plus. Und auch der Dax hat am Freitag wieder leicht zugelegt.

Insbesondere Aktien von Unternehmen, die am Donnerstag stark abgerutscht waren, haben sich wieder etwas erholt. Die Aktien von Fluggesellschaften und Kreuzfahrtunternehmen legten zum Auftakt teils zweistellig zu. Ihre Verluste vom Vortag konnten sie damit aber nicht vollständig kompensieren.

Grundsätzlich seien die Aussichten für die Finanzmärkte auch weiterhin günstig, sagte Christopher Smart, Chefstratege des Barings Investment Institute. „Die Unterstützung durch die Zentralbanken wird nicht nachlassen. In den meisten Industrieländern wird es wahrscheinlich noch mehr öffentliche Ausgaben geben.“

Diese Einschätzung deckt sich mit einer Umfrage unter Ökonomen, die die Nachrichtenagentur Reuter vorgenommen hat. Insgesamt erwarten 31 der 41 dazu befragten Experten, dass die Europäische Zentralbank ein weiteres Mal in Sachen Krisenreaktion aktiv werden wird. 23 dieser Ökonomen rechnen damit, dass die Währungshüter um EZB-Chefin Christine Lagarde noch dieses Jahr zusätzliche Wertpapierkäufe bekannt geben werde.

Barings-Experte Smart richtet den Blick aber auch schon in das kommende Jahr: „Die wirklichen Probleme werden vermutlich erst mit Blick aufs nächste Jahr auftreten, wenn die Frage aufkommt, wie viel mehr Unterstützung wir von Regierungen und Zentralbanken erwarten können.“

Blick auf die Einzelwerte

Tesla: Morgan Stanley rät Anlegern dazu, Tesla-Aktien im Portfolio weniger Gewicht zu geben. Die Aktie hatte am Mittwoch die 1000-Dollar-Marke durchbrochen, ein derart hoher Kurs sei angesichts der Risiken allerdings nicht angemessen, sagte ein Analyst der Bank.

„Das größte Risiko sind die Beziehungen der USA zu China“, schrieb Morgan Stanley-Analyst Adam Jonas. Das Kursziel sieht der Analyst bei 650 Dollar – das wäre ein Rückfall um etwa ein Drittel. Zuvor hatte bereits Goldman Sachs seine Kaufempfehlung für die Aktie zurückgenommen. Aktuell liegt die Aktie bei 983 Dollar, knapp ein Prozent im Plus.

Hertz: Die Aktien des insolventen Autovermieters sind gerade sehr volatil. Anfang Juni lagen sie noch unter einem Dollar, zwischenzeitlich dann bei über fünf Dollar. Heute geht es über 50 Prozent nach oben, auf 3,17 Dollar. Den guten Aktienkurs möchte das Unternehmen für einen ungewöhnlichen Rettungsplan nutzen. Knapp 250 Millionen neue Aktien sollen ausgegeben werden, um günstig an Kapital zu kommen.

Mit Material von Bloomberg, Reuters und der dpa