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US-Börsen schließen nach Rekordlauf im Minus – Kurs eines Covid-Impfstoffherstellers halbiert sich

·Lesedauer: 4 Min.

An den US-Börsen wird weiter gezockt: Die Höhe der Kredite, für die Investoren ihre Wertpapiere als Sicherheit hinterlegen, steigt auf einen neuen Rekordwert.

In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa
In der berühmten Straße befindet sich der Sitz der New York Stock Exchange. Foto: dpa

Nach einer Rekordjagd haben die US-Börsen Federn gelassen und sind ins Minus gedreht. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Dienstag 0,2 Prozent tiefer auf 30.335 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,4 Prozent auf 12.850 Punkte nach. Der breit gefasste S & P 500 büßte 0,2 Prozent auf 3727 Punkte ein. Alle drei Marktbarometer hatten im frühen Handel neue Bestmarken erreicht.

Am Montag hatte das US-Repräsentantenhaus für eine Anhebung der Corona-Hilfszahlungen an die Bürger gestimmt. Das hatte die Kursrally erneut angeheizt. An diesem Dienstag ist aber der Versuch gescheitert, auch im US-Senat ein rasches Votum hierzu anzusetzen. Der republikanische Mehrheitsführer Mitch McConnell blockierte dieses Vorhaben zunächst. McConnell vertröstete die Demokraten und sagte, der Senat werde in dieser Woche „einen Prozess beginnen“, sich hiermit zu befassen, gemeinsam mit zwei anderen Anliegen des Präsidenten.

Die Auseinandersetzung um das Hilfspaket stellt Trumps Republikaner vor schwierige interne Diskussionen und sorgt für ungewöhnliche Einigkeit zwischen Trump und den Demokraten. Einige Republikaner im Senat signalisierten ihre Unterstützung für das Vorhaben. Denn sie befürchten, dass ihre Partei andernfalls die anstehende Nachwahl für die beiden Senatorenposten im Bundesstaat Georgia verlieren könnte.

Sollten dort die demokratischen Herausforderer siegen, gäbe es im Senat ein politisches Patt. Bei Stimmengleichheit würde dann das Votum der designierten US-Vizepräsidentin Kamala Harris den Ausschlag zugunsten der Demokraten geben, die so den Kongress dominieren und dem künftigen US-Präsidenten Joe Biden die Durchsetzung seiner politischen Agenda erleichtern würden.

Gleichzeitig ist die Höhe der Kredite, für die Investoren ihre Wertpapiere als Sicherheit hinterlegt haben (Margin Debt), im November auf einen neuen Rekordwert von 722,1 Milliarden Dollar gestiegen. Diese Zahl übertrifft nach Angaben der Wertpapier-Genehmigungsbehörde Financial Industry Regulatory Authority (Finra) den bisherigen Höchststand von 668,9 Milliarden Dollar vom Mai 2018.

Gegenüber dem Vorjahresmonat ist dieser Betrag um 28 Prozent gestiegen, gegenüber Oktober 2019 um fast zehn Prozent. Der Anstieg der Risikobereitschaft deutet darauf hin, dass die Anleger derzeit extrem euphorisch sind, was wiederum als Warnsignal gilt.

Blick auf die Einzelwerte

Boeing: Wenige Wochen nach dem Ende des Flugverbots hebt in den USA am Dienstag erstmals wieder ein Passagierflug mit der Boeing-Unglücksmaschine 737 Max ab. American Airlines startet mit dem nach zwei Abstürzen technisch grundlegend überholten Flugzeug die Route von Miami nach New York. Für Boeing ist es ein weiterer Schritt aus der schwersten Krise der gut hundertjährigen Firmengeschichte, die durch den Corona-Schock in der Luftfahrt noch verschlimmert wurde. Die Aktien von Boeing stiegen um 0,1 Prozent.

Fiat Chrysler: Der Automobilhersteller plant laut dem stellvertretenden polnischen Premierminister Jaroslaw Gowin, rund 2,5 Milliarden Dollar in sein Werk in Tychy, Polen, zu investieren. Das Werk soll modernisiert werden, um Hybrid- und Elektroversionen der Modelle von Jeep, Fiat und Alfa Romeo zu produzieren. Die Aktie von Fiat Chrysler verlor dennoch 0,1 Prozent.

Arcturus Therapeutics: Die Aktien des in San Diego ansässigen Biotech-Unternehmens stürzten um über 50 Prozent auf unter 43 Dollar ab, nachdem Daten zu seinem Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 veröffentlicht wurden. Der Konzern spricht von günstigen Studienresultaten. Barclays hingegen bezeichnete die vorläufigen Daten als „enttäuschend“ und senkte das Rating auf „equal weight“ von „overweight“. Das Kursziel wurde von zuvor 68 Dollar auf 46 Dollar gesenkt, was „die geringeren Chancen auf Erfolg und Marktdurchdringung“ widerspiegelt.

Intel: Ebenfalls auf den Einkaufslisten stand Intel mit einem Kursplus von fast fünf Prozent. Der aktivistische Hedgefonds Third Point, der auch Intel-Aktonär ist, verlangt von dem weltgrößten Chiphersteller, dass er strategische Alternativen prüfe.

Snap: Die Titel des Betreibers des Messengerdienstes Snapchat, Snap, verteuerten sich um 6,2 Prozent, nachdem die Bank Goldman Sachs ihr Kursziel erhöht hatte.

Apple: Aktien von Apple erklommen in den ersten Handelsminuten ein Rekordhoch, dann aber machten Investoren „Kasse“: Mit einem Abschlag von 1,3 Prozent fanden sich die Papiere des Mac- und iPhone-Herstellers am Ende des Leitindex Dow wieder.

mit Reuters