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Ein echter Interimstrainer

·Lesedauer: 3 Min.
Ein echter Interimstrainer
Ein echter Interimstrainer

Manchester United ist immer noch einer der wohlhabendsten und umsatzstärksten Fußball-Klubs der Welt.

Aber die Red Devils funktionieren keineswegs wie ein Vorzeigeunternehmen. Personalstreitigkeiten, Führungsschwächen und sportliche Misserfolge pflastern seit einiger Zeit den Weg des stolzen englischen Erstligisten. (Alle News und Hintergründe zur Premier League)

Ralf Rangnick war im Dezember angetreten, um United wieder auf Kurs zu bringen. Nach monatelangem Hadern mit Vorgänger Ole Gunnar Solskjaer sollte der 63-jährige Deutsche interimsweise das Traineramt führen und anschließend als Berater weiter im Steuerraum zugegen sein.

Rangnick in England als Visionär gefeiert

Rangnick wurde in England ob seiner taktischen Expertise und seines visionären Denkens gefeiert.

Dass mit Jürgen Klopp und Thomas Tuchel zudem zwei weitere Deutsche momentan die Premier League mit dominieren, steigerte die Vorfreude – zumal auf der Insel schnell das Wort die Runde machte, dass Rangnick auch an den Karrieren dieser beiden beteiligt war. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Premier League)

Allerdings haben sich die vergangenen Wochen als keineswegs glorreich entpuppt.

Offensivmotor von ManUnited stottert weiter

Von der ersten Spielminute in der ersten Partie gegen Crystal Palace an wurde deutlich, dass Rangnick einen ähnlichen Plan wie einst bei RB Leipzig verfolgen würde. Selbst die taktische Grundformation – das 4-2-2-2 – erinnerte an seine Leipziger Zeit. (Bericht: Rangnick-Fauxpas lässt Spieler lachen)

Positiv stach heraus, dass die United-Mannschaft recht schnell verstand, wie das hohe Pressing und der Ballzugriff im Mittelfeld zu funktionieren habe.

Rangnick wollte durch ein Anlaufen der zweiten Offensivreihe von außen nach innen die ballführenden Gegenspieler zu unpräzisen Vorwärtspässen zwingen, die anschließend von den zwei Balljägern Fred und Scott McTominay eingesammelt werden. Sogar Cristiano Ronaldo arbeitete im Pressing gut mit.

Sancho und Fernandes wirken verloren

Aber: Im Offensivspiel blieb Manchester auf dem Niveau der Solskjaer-Tage. Die Spieler verstanden das 4-2-2-2 und dessen Funktionsweise nicht komplett.

Flügelspieler Jadon Sancho wusste nicht immer, wie er sich in der Halbposition hinter den Spitzen zu verhalten habe. Bruno Fernandes – eigentlich ein geborener Zehner – haderte ebenso mit seiner Rolle in der zweiten Offensivreihe. Seine teilweise Versetzung ins zentrale Mittelfeld wirkte wie ein erster Kompromiss, den Rangnick eingehen musste.

Fred und McTominay sind zwei gute Defensivarbeiter, doch durch ihre Adern fließt kein kreatives Blut.

Rangnick wechselt Formation mehrfach

Schon im dritten Spiel seiner Amtszeit nahm Rangnick die erste Umstellung vor: Er ging weg vom 4-2-2-2 hin zu einem 4-4-2. Die zusätzliche Breite im Mittelfeld sollte es den Außenstürmern wie Sancho erleichtern, ins Offensivspiel zu finden.

Doch in diesem 4-4-2 fehlte wiederum die Verbindung zwischen zentralem Mittelfeld und den Angreifern. Ronaldo oder auch Marcus Rashford hingen in der Luft.

Rangnicks Antwort: Er schraubte weiter an der Formation, ging über zu einem 4-2-3-1, um die zentrale Präsenz zu erhöhen, wechselte sogar während einer Halbzeit auf eine Mittelfeldraute und ließ zuletzt ein recht standardmäßiges 4-3-3 spielen, wie man es zuhauf in der Premier League sieht.

Die neu gewonnene Defensivstärke war spätestens beim 2:2 gegen Aston Villa am Samstag dahin. (DATEN: Tabelle der Premier League)

Ein wirklicher Interimstrainer

Das Ansehen Rangnicks hat bereits in diesen wenigen Wochen gelitten. Denn auch der erfahrene deutsche Trainer tut sich schwer mit all den Scharmützeln im Verein.

Die Kapitänsfrage rund um Harry Maguire, die Frage nach der Zukunft von Anthony Martial und Donny van de Beek, die Frage nach der taktischen Rolle des abschlussstarken Mason Greenwood - und, und, und.

Viele Anhänger sehen in Rangnick mittlerweile wirklich nur noch das, was aktuell auf seiner Visitenkarte steht: einen Interimstrainer.

Er soll das Boot irgendwie auf Kurs halten und im besten Fall noch Rang vier in der Premier League und damit die Champions-League-Qualifikation erreichen. Mehr wohl auch nicht.

Vielleicht straft Rangnick seine Kritiker doch noch Lügen, aber wie ein Visionär wirkt er aktuell nicht.

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