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„Unangemessene Bekleidung“: Geldstrafe für Norwegens Beach-Handballerinnen, weil sie Shorts statt Bikinihosen trugen

·Lesedauer: 2 Min.
Russische und brasilianische Athletinnen bei den Beachhandball-Weltmeisterschaften der Frauen 2018 in Kazan, Russland.
Russische und brasilianische Athletinnen bei den Beachhandball-Weltmeisterschaften der Frauen 2018 in Kazan, Russland.

Frauen in Beach-Sportarten haben Bikinipflicht. Weil die norwegischen Beachhandballerinnen das nicht hinnehmen wollten, trugen sie bei der Beachhandball-Europameisterschaft Shorts. Mit der Protestaktion wollten sie sich gegen die umstrittene Kleidervorschrift zur Wehr setzen – und erhielten dafür jetzt eine Geldstrafe in Höhe von 1500 Euro.

Das Beachhandball-Turnier endete am vergangenen Sonntag im bulgarischen Varna mit dem Endspielsieg der deutschen Mannschaft gegen Dänemark. Mehr Aufmerksamkeit als das Endspiel erhält nun die Protestaktion. Denn der Fall hat kurz vor der Eröffnung der Olympischen Spiele die Diskussion um Kleidervorschriften und Sexismus im Sport neu entfacht – auch wenn Beachhandball keine olympische Disziplin ist.

Stein des Anstoßes ist eine Regel der International Handball Federation (IHF) von 2014, die den Spielerinnen vorschreibt, wie sie sich zu kleiden haben. Dort heißt es: „Spielerinnen müssen Bikinihosen tragen, die der angehängten Abbildung entsprechen. Sie müssen körperbetont geschnitten sein, mit einem hohen Beinausschnitt. Die Seitenbreite darf höchstens 10 cm betragen.“

https://twitter.com/NORhandball/status/1417409827026919439

„Wir sind sehr stolz auf diese Mädchen, die während der EM ihre Stimme erhoben haben“, schrieb der Norwegische Verband NHF auf Twitter. „Wir stehen hinter dem Team. Gemeinsam werden wir weiterhin dafür kämpfen, die Kleidungsregeln zu ändern, damit die Spieler in der Kleidung spielen können, mit der sie sich wohlfühlen!“ Der europäische Verband unterstützt den Wunsch nach einer Regeländerung.

Die Debatte ist nicht die erste ihrer Art. Vor den Olympischen Spielen 2012 in London waren etwa im Beachvolleyball die Regeln geändert worden. Danach dürfen Frauen auch Hosen und Tops mit oder ohne Ärmel tragen. Das deutsche Duo Karla Borger und Julia Sude sagte einmal für ein Welttour-Turnier in Katar aus Protest gegen die Bekleidungsvorschriften ab. Und bei der Turn-EM in Basel, die im April stattfand, trugen einige deutsche Athletinnen einen Ganzkörperanzug — als Zeichen gegen die Sexualisierung in ihrer Sportart.

Die Debatte um die Sportbekleidung betrifft nur selten die Männer. Auch kurz vor den diesjährigen Olympischen Spielen wird über Bekleidungsvorschriften und die Wahl der passenden Shorts und Shirts debattiert. So trägt zum Beispiel Weitsprung-Weltmeisterin Malaika Mihambo bewusst sehr kurze Hosen. Elisabeth Seitz turnt in Tokio auch mal im Ganzkörperanzug. Beachvolleyballerin Karla Borger will frei über ihr Outfit entscheiden. „Es geht darum, sich anziehen zu können, was man möchte“, sagte sie in Tokio der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Ich finde, jeder sollte die Wahl haben zu spielen, in was er möchte.“

„Natürlich sind unsere Trikots knapper als die von Männern. Da könnte man sich fragen: Warum tragen die Männer nicht auch einfach ein bauchfreies Trikot?“, sagt Malaika Mihambo. Sie kann sich ihre Hosenlänge aussuchen und könnte auch mit längeren Hosen springen. „Ich fühle mich aber so einfach frei in meiner Bewegung – und nie unwohl“, sagt die 27-jährige Sportlerin.

mit dpa/jsk

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