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Umstrittenes Foto: Lindner bezeichnet Umarmung als Fehler

Nach einem Besuch eines Berliner Restaurants umarmt der FDP-Chef bei der Verabschiedung einen Freund. Ein Fotograf hält die Szene fest. Nun muss sich Lindner rechtfertigen.

Der FDP-Chef kritisierte die Krisenpolitik der Bundesregierung zuletzt wiederholt scharf. Foto: dpa

Das Foto sorgt seit Sonntag in den sozialen Netzwerken für Häme und Spott. Es zeigt, wie FDP-Chef Lindner vor dem Berliner Restaurant Borchardt einen Mann umarmt. Mit den Corona-Abstandsregelungen nahm der Politiker es dabei ganz offensichtlich nicht so genau. Auch eine Maske trägt Lindner nicht. Die Boulevardzeitung „BZ“ berichtete als erstes darüber.

Lindner äußerte sich am Montag über das Foto. „Die spontane Umarmung bei der Verabschiedung war ein Fehler, wie er unter Freunden nach einem Abend leider passiert“, sagte er dem „Spiegel“. Das sei „kein Vorsatz“ gewesen, sondern „Unkonzentriertheit“. Am Ende „bleibt man Mensch“.

Der Mann, den Lindner umarmte, ist Steffen Göpel. Der Unternehmer ist auch Honorarkonsul von Weißrussland. Neben den beiden ist auf dem Foto auch Lindners Freundin Franca Lehfeldt zu sehen.

Alexander Lambsdorff, stellvertretender FDP-Chef, verteidigte Lindner. „Mir ist sowas am Samstag auch passiert, nur ohne nervigen Paparazzo. Ich finde, auch Christian Lindner muss mal privat essen gehen dürfen“, schrieb er bei Twitter.

SPD-Vizechef Kevin Kühnert lobte Lindners Umgang mit der Angelegenheit. Er twitterte: „Wer von Menschen und nicht von Politik-Maschinen repräsentiert werden möchte, der wird Fehler in Kauf nehmen müssen. Unabdingbar gehört dazu, dass es dann auch einen souveränen Umgang mit Fehlern in der Politik gibt.“ Lindner mache vor, wie das gehen könne. „Stark“, so Kühnert.

Lindner zählt zu den Kritikern der Corona-Krisenpolitik der Bundesregierung. Er hält viele Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie für übertrieben restriktiv und tritt seit Wochen für stärkere Lockerungen ein. So lobte er unter anderem Schweden für seinen Umgang mit dem Coronavirus.

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) war am Wochenende in die Schlagzeilen geraten. Er hatte am Samstag auf einer Demo ohne Maske mit Corona-Gegnern diskutiert. Nach Angaben der Polizei Dresden wurde Kretschmer anschließend von einem Bürger angezeigt, weil er im Gespräch mit den Demonstranten weder Mundschutz getragen noch Abstand gehalten habe.