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Umfrage zur Reaktion auf Pandemie: Stimmung in Großbritannien kippt

LONDON (dpa-AFX) - Einer Umfrage zufolge sind inzwischen mehr Briten davon überzeugt, dass ihre Regierung schlecht mit der Coronavirus-Pandemie umgeht als umgekehrt. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Opinium, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Demnach zeigten sich 42 Prozent der Befragten unzufrieden mit der Reaktion der konservativen Regierung von Premierminister Boris Johnson auf den Coronavirus-Ausbruch. Nur 39 Prozent stehen hinter den Entscheidungen in der Downing Street. Befragt wurden rund 2000 Erwachsene in Großbritannien am 13. und 14. Mai. Es ist Opinium zufolge das erste Mal, dass sich in der öffentlichen Meinung das Blatt gegen die Regierung wendet.

Johnson äußerte indessen in einem Gastbeitrag für die "Mail on Sunday" Verständnis für den Frust seiner Landsleute über die Regierungspläne für eine Lockerung der Ausgangsbeschränkungen. Er rief zur Geduld auf. "Wir versuchen etwas, was noch nie gemacht wurde

- das Land aus einem kompletten Lockdown herauszuführen auf eine

Weise, die sicher ist und nicht unsere harte Arbeit aufs Spiel setzt", schrieb Johnson, der selbst erkrankt war.

Vergangene Woche hatte der Premier eine teilweise Aufhebung der Beschränkungen angekündigt. Seit vergangenem Mittwoch dürfen die Menschen in England wieder unbegrenzt ihre Häuser verlassen und auch für Tagesausflüge innerhalb des größten britischen Landesteils umherreisen. Der Slogan "Bleiben Sie zuhause" ("Stay Home") wurde geändert zu "Bleiben Sie wachsam" ("Stay Alert"). Doch viele Menschen empfinden die neuen Vorgaben als unklar. Zudem zogen die Regionalregierungen in den kleineren Landesteilen Schottland, Wales und Nordirland nicht mit, so dass nun unterschiedliche Regelungen gelten.

Großbritannien hat laut offiziellen Zahlen die meisten Todesopfer durch die Pandemie in Europa zu beklagen. Mehr als 34 000 nachweislich Infizierte sind dort bislang gestorben. Insgesamt werden sogar mehr als 40 000 Todesfälle mit der Lungenkrankheit Covid-19 in Verbindung gebracht.