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Uipath-Börsengang bringt deutschem VC Earlybird Rekordsumme ein

Hannah Schwär
·Lesedauer: 2 Min.
Daniel Dines, CEO von Uipath
Daniel Dines, CEO von Uipath

Uipath ist eine Firma der Superlative: Mitte vergangenen Jahres erreichte es als erstes Software-Startup aus Europa den Decacorn-Status mit einer Bewertung von zehn Milliarden US-Dollar. Im Februar stieg der Unternehmenswert infolge einer neuen Finanzierung dann sogar auf 35 Milliarden Dollar – eine bis dato unerreichte Schwelle in der europäischen Startup-Landschaft. Nun soll der nächste Superlativ folgen: Uipath strebt am Mittwoch an die New Yorker Börse, wie das Unternehmen am Dienstagabend bestätigte.

Im Zuge des IPOs dürfte sich die deutsche VC Firma Earlybird über ein rekordverdächtiges Ergebnis freuen. Der Wagniskapitalgeber hatte sich bereits im Jahr 2015 in der Seed-Runde mit seinem Digital East Fund an dem Startup beteiligt. Heute hält Earlybird laut Börsenprospekt noch 11,4 Prozent an Uipath und ist damit zweitgrößter Gesellschafter. Am Dienstagabend hat das Startup den Preis pro Aktie auf 56 US-Dollar festgelegt. Damit wären die Anteile von Earlybird rein rechnerisch mindestens 2,35 Milliarden Dollar wert, also rund zwei Milliarden Euro. Das wäre mehr, als Earlybird je bei einem Exit erlöst hat.

Offenbar plant die VC-Firma aber, zunächst nur einen kleinen Teil des Aktienpakets abzustoßen. Earlybird will laut Prospekt knapp 2,1 Millionen seiner rund 42 Millionen Stückaktien verkaufen. Das entspräche einem Gegenwert von mindestens 117,6 Millionen US-Dollar, umgerechnet etwa 98 Millionen Euro.

Uipath automatisiert Schreibtischjobs

Uipath wurde 2005 in der rumänischen Hauptstadt Bukarest von Daniel Dines und Marius Tirca gegründet. Anfänglich konzentrierte sich das Startup auf Outsourcing von Software für große Unternehmen, damals noch unter dem Firmennamen Deskover. Als Earlybrid 2015 als Seed-Investor einstieg, hatte sich Uipath mit seinem Geschäftsmodell bereits neu aufgestellt. Heute bezeichnet sich das Unternehmen als führend im Bereich Robotic Process Automation (RPA) und hat seinen Hauptsitz in New York.

„Wenn Menschen und Roboter interagieren, wird der Mensch von sich wiederholenden, langweiligen, monotonen Aufgaben entlastet“, sagt Mitgründer und CEO Dines über die zugrunde liegende Idee von Uipaths Software. Konkret bedeutet das: Uipath treibt die Automatisierung von Schreibtischjobs voran, indem es den Mitarbeitern eine softwarebasierte Assistenz zur Seite stellt, die ihnen bestimmte Arbeitsschritte abnimmt. Das reicht vom automatischen Login bis hin zum Abrufen bestimmter Daten.

„[Uipath] profitiert davon, dass immer mehr Unternehmen ihre Mitarbeiter im digitalen Zeitalter lieber für kreative und komplexe Aufgaben einsetzen möchten statt für Routinetätigkeiten“, so Dan Lupu, Partner bei Earlybird. Was er nicht sagt: Die Software ist wohl auch deswegen bei Unternehmenskunden so beliebt, weil sie eine enorme Senkung der Lohnkosten verspricht.

Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen fast 7.000 Kunden. Im vergangenen Jahr habe man 482 Millionen Euro an wiederkehrenden Einnahmen generiert. Gleichzeitig lagen die Verluste laut Börsenprospekt bei rund 76 Millionen Euro.