Deutsche Märkte geschlossen

Tunesien: Zurückgetretener Regierungschef fürchtet Staatspleite

·Lesedauer: 1 Min.

TUNIS (dpa-AFX) - Tunesiens zurückgetretener Regierungschef Elyes Fakhfakh sieht das Land angesichts der Wirtschafts- und Coronakrise von der Pleite bedroht. Öffentliche Unternehmen stünden am Rande des Zusammenbruchs, sagte Fakhfakh am Donnerstag im Radiosender Express FM. Die Wirtschaft sei geschwächt. Es könne der Punkt kommen, an dem die Gehälter im öffentlichen Sektor nicht mehr gezahlt werden könnten.

Das nordafrikanische Land hat nach dem sogenannten "Arabischen Frühling" 2011 weitreichende demokratische Reformen eingeleitet, kämpft seitdem aber mit großen wirtschaftlichen Problemen. Internationale Geldgeber haben Tunesien harte Sparmaßnahmen vorgeschrieben. Etwa 40 Prozent der Tunesier leiden nach offiziellen Angaben unter Armut.

Fakhfakh hatte in der vergangenen Woche angesichts von Streitigkeiten innerhalb der Regierungskoalition nach nur fünf Monaten im Amt seinen Rücktritt eingereicht. Ihm werden Interessenkonflikte vorgeworfen, weil er Anteile an Firmen halte, die auch Staatsaufträge bekommen haben. Er übt die Amtsgeschäfte aber weiterhin aus, bis ein neuer Regierungschef gefunden ist.