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Trump nimmt Kapitol-Angreifer in Schutz: Polizisten "umarmt und geküsst"

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 3 Min.
Immer weiter: Donald Trump bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Abwahl in Orlando im Februar. (Bild:REUTERS/Octavio Jones)
Immer weiter: Donald Trump bei seinem ersten öffentlichen Auftritt nach der Abwahl in Orlando im Februar. (Bild:REUTERS/Octavio Jones)

Donald Trump hält sich auch als Ex-Präsident nicht zurück. Jetzt verteidigt er in einem Interview die Angreifer des Kapitols als harmlos und beschwert sich über deren Verfolgung.

Das wichtigste Instrument seiner medialen Präsenz steht Ex-Präsident Donald Trump momentan nicht zur Verfügung. Denn sein Twitter-Account bleibt nach wie vor gesperrt. Doch Trump findet auch so noch Wege in die Öffentlichkeit. Bis sein angekündigtes eigenes soziales Netzwerk online geht, hat er immer noch die Option, sich von den Trump-nahen konservativen TV-Sendern interviewen zu lassen. Jetzt gab ihm der Nachrichtensender Fox News die Gelegenheit, über die Angriffe auf das Kapitol in Washington am 6. Januar zu sprechen.

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Doch anstatt den versuchten Putsch zu verurteilen, legte Trump per Telefon zur Verteidigung der Angreifer los. Sie hätten "null Bedrohung" dargestellt. "Einige von ihnen sind rein gegangen, das hätten sie nicht tun sollen", gibt Trump zu. Doch was dann folgt, ist eine dreiste Lüge. Die Demonstranten, die direkt von einer Trump-Veranstaltung aus das Kapitol stürmten, hätten die Polizisten "umarmt und geküsst", so der 45. US-Präsident. Während des Sturms aufs Kapitol war der Polizist Brian Sicknick getötet worden. Insgesamt waren fünf Personen bei den Unruhen ums Leben gekommen, mindestens 138 Menschen waren verletzt worden.

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Viele hätten eine "großartige Beziehung" zur Polizei und seien herein gewunken worden und einfach wieder heraus spaziert. Während des Gespräches zeigte Fox News keine Aufnahmen von den gewalttätigen Ausschreitungen des 6. Januars, die Trumps Aussagen leicht hätten widerlegen können.

Die Gefahr sieht Trump von links

Stattdessen gab die Moderatorin Trump Raum, um seine gewohnten Anschuldigungen vorzubringen. Er beschwerte sich, dass seine Anhänger nun unberechtigterweise verfolgt würden. Immer wieder behauptete Trump, die viel größere Gefahr gehe von der Antifa und Bewegungen wie "Black Lives Matter" aus. Dazu hatte der Sender auch direkt das passende Material von den Demonstrationen des vergangenen Sommers parat und spielte entsprechende Aufnahmen ein. Diese Bewegungen nannte Trump "sehr gefährlich". "Sie hassen unser Land wirklich", aber sie kämen häufig ungeschoren davon, behauptete der Ex-Präsident. Hartnäckig hält sich in rechts-konservativen Kreisen das Gerücht, Antifa-Gruppen steckten eigentlich hinter den Angriffen auf das Kapitol.

Diesen Vorwürfen haben Staatsanwälte und Polizisten längst widersprochen, stattdessen ließe sich nachweisen, dass viele Teilnehmer der gewalttätigen Attacke Verbindungen zu rechtsradikalen Gruppierungen und paramilitärischen Organisationen hätten. In der Folge der Unruhen gibt es inzwischen fast 400 Anklagen. Auch Donald Trump könnte für seine Beteiligung am Aufheizen der Masse zuvor noch juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Das deutete auch Staatsanwalt Michael Sherwin in einem Interview mit CBS News kürzlich an. Im Laufe der Ermittlungen, glaubt Sherwin, würden noch weitere Fakten ans Licht kommen, die die Vorwürfe gegen Trump erhärten könnten.

Im Video: Donald Trump arbeitet an eigener Social-Media-Plattform