Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 6 Minuten
  • DAX

    15.492,46
    +17,99 (+0,12%)
     
  • Euro Stoxx 50

    4.161,50
    +10,10 (+0,24%)
     
  • Dow Jones 30

    35.258,61
    -36,15 (-0,10%)
     
  • Gold

    1.783,20
    +17,50 (+0,99%)
     
  • EUR/USD

    1,1652
    +0,0034 (+0,29%)
     
  • BTC-EUR

    53.478,45
    +664,87 (+1,26%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.455,03
    +3,39 (+0,23%)
     
  • Öl (Brent)

    83,18
    +0,74 (+0,90%)
     
  • MDAX

    34.534,03
    +144,38 (+0,42%)
     
  • TecDAX

    3.728,60
    +6,94 (+0,19%)
     
  • SDAX

    16.735,79
    +75,15 (+0,45%)
     
  • Nikkei 225

    29.215,52
    +190,06 (+0,65%)
     
  • FTSE 100

    7.208,66
    +4,83 (+0,07%)
     
  • CAC 40

    6.674,14
    +1,04 (+0,02%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.021,81
    +124,47 (+0,84%)
     

Trigema-Chef Grupp über Gier und Größenwahn von Managern: „Wenn das so weitergeht, werden wir ein Desaster erleben“

·Lesedauer: 2 Min.
Trigema-Chef Wolfgang Grupp.
Trigema-Chef Wolfgang Grupp.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp ist einer der wenigen verbliebenen Unternehmer der alten Schule und führt sein Textilunternehmen seit 1969 als einsamer Patriarch. Im Gespräch mit der „Mainpost“ spricht der Textilmillionär über die Verantwortung von Führungskräften, seine Nachfolge, der bisher größten Herausforderung in seinem Leben und die diesjährige Bundestagswahl.

Nach 52 Jahren hat der König von Burladingen auf der Schwäbischen Alb immer noch nicht abgedankt. Wolfgang Grupp trotzt weiterhin allen Schwierigkeiten und regiert über sein Familienunternehmen. Ob das Modell eines Firmenpatriarchen noch zukunftsträchtig ist, kann Grupp nicht beantworten. Für ihn steht jedoch fest, dass seine Entscheidungen dadurch „überlegter, verantwortungsvoller und vor allem nicht der Gier und dem Größenwahn ausgesetzt“ waren, wie er im Interview verrät. „Heute hört man oft: 'Kein Problem, ich habe schon dreimal Insolvenz gemacht, es geht mir gut.' Wenn das so weitergeht, werden wir ein Desaster erleben“, warnt Grupp.

Der 79-Jährige erhofft sich mehr Verantwortungsbewusstsein von den Führungskräften. Und auch die Politik ist gefragt. „Warum nicht 50 Prozent Rabatt auf die Einkommensteuer für Unternehmer, die persönlich haften?“, schlägt der Unternehmer in der „Mainpost“ vor.

Doch bleibt beim Grupp-Patriarchat nicht auch die Mitbestimmung der Arbeitnehmer auf der Strecke? Grupp meint dazu, er werde nie eine Entscheidung treffen, hinter der nicht die Mitarbeiter mehrheitlich stehen. Am Ende lässt sich der Trigema-Chef jedoch nicht hineinreden. „Schließlich muss ich ja am Ende für alles haften“, betont er.

Grupp: „Wähle keine CDU mehr“

Spricht man über Grupp und seine Firma, stellt sich in den letzten Jahren auch immer wieder die Frage der Nachfolge. Seine Kinder Bonita und Wolfgang junior sind beide im Unternehmen aktiv. Einer von ihnen soll den Textil-Hersteller vom Vater übernehmen. Die Entscheidung, welches von beiden wird nicht Grupp, sondern seine 24 Jahre jüngere Frau Elisabeth fällen. Sie sei Alleinerbin, verrät Grupp. „Sie weiß, wie ich denke und was mein Wunsch ist. Wenn sie anders entscheidet, ist es auch in Ordnung.“

Ob seine Nachfolge auch vor so schwierigen Herausforderungen wie der Corona-Krise stehen muss, wird sich noch zeigen. „Am Anfang der Pandemie habe ich meinen Mitarbeitern klar gesagt: Das wird wahrscheinlich die schwierigste Krise sein, die ich in meinen 50 Jahren bei Trigema vor mir habe“, sagt Grupp im Gespräch mit der „Mainpost“. Die Geschäfte des Textil-Herstellers waren sechs Monate am Stück geschlossen. Normalerweise werden hier wöchentlich Umsätze von einer Million Euro eingefahren. Der Online-Shop konnte zwar die Hälfte der Einbußen auffangen, am Ende stand trotzdem jeden Monat ein dickes Minus. Das schlimmste wurde jedoch nun überstanden, sagt Grupp. Die Umsatzverluste konnte sein Unternehmen jedoch noch nicht aufholen.

Zum Schluss äußert sich der 79-Jährige auch noch einmal zur kommenden Bundestagswahl im September und macht keinen großen Hehl daraus, wem er diesmal seine Stimme schenken wird: „So lange einer wie Friedrich Merz nicht die CDU führt, wähle ich keine CDU mehr. Jetzt werde ich FDP wählen.“

kh

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.