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Tiffany wird französisch

Der französische Luxusgüterkonzern wird den US-Edel-Juwelier Tiffany für 14,7 Milliarden Euro übernehmen. Der Deal soll bis Mitte kommenden Jahres über die Bühne gehen.

Das für Schmuck bekannte New Yorker Unternehmen Tiffany & Co wird nach Frankreich verkauft. Der Luxuskonzern LVMH zahlt für die Juwelierlegende 16,2 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro).

Mit dem Kauf würden das 180 Jahre alte Unternehmen und seine 300 Boutiquen weltweit mit einem Aktienpreis von 135 Dollar pro Stück gewürdigt, teilte LVMH mit. Beide Unternehmen hätten zugestimmt, und der Abschluss werde hoffentlich 2020 erzielt. Zunächst müssen die Aufsichtsbehörden sowie die Tiffany-Anteilseigner den Kauf billigen. Die Übernahme soll Mitte kommenden Jahres abgeschlossen werden.

Ende Oktober waren Gespräche zwischen LVMH und dem auch durch einen Hollywood-Film bekannten Juwelier öffentlich geworden. Damals war in Medien von einem Gebot von 120 Dollar je Aktie die Rede gewesen, das die Franzosen erst letzte Woche laut Insidern auf 130 Dollar erhöht hatten.

Für LVMH ist die Übernahme von Tiffany nach früheren Angaben die bisher größte. Der vor 182 Jahren gegründete Juwelier ist weltweit bekannt für seine türkisfarbenen Kartons und seine Rolle im Hollywoodfilm „Frühstück bei Tiffany's“.

LVMH gehören bereits 75 Marken, darunter Christian Dior, Fendi, Givenchy und der Uhrenhersteller Tag Heuer. Der Kauf von Tiffany würde LVMH breiter in den Vereinigten Staaten aufstellen und dessen Angebot beim hochwertigen Schmuck erweitern.

Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der Luxusgüter-Unternehmen wie Tiffany mit stagnierenden Umsätzen zu kämpfen haben. Hintergrund ist die nachlassende Konjunktur in China, die sich auf die Kauffreude chinesischer Touristen auswirkt, die als wichtige Abnehmer von Luxusartikeln gelten. Das bekam auch Tiffany zu spüren. Das Geschäft mit Juwelen hat sich gleichwohl im Luxussektor zu einem zügig wachsenden Geschäftsfeld entwickelt. Tiffany-Chef Alessandro Bogliolo versucht, jüngere Käufer mit moderneren Ansätzen für Schmuck zu gewinnen. In diesem Jahr brachte der Konzern eine Kollektion für Männer heraus. Außerdem hat er seine Werbung beispielsweise mehr auf gleichgeschlechtliche Paare ausgerichtet.