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ThyssenKrupp: Verhärtete Fronten

Maximilian Völkl
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ThyssenKrupp: Folgen der Tata-Fusion – das sagt der Weltmarktführer

Die Stahlfusion dominiert bei ThyssenKrupp nach wie vor die Schlagzeilen. Wegen mangelnder Fortschritte beim Umbau ist der Druck auf Konzernchef Heinrich Hiesinger zuletzt deutlich stärker geworden. Der Betriebsrat sperrt sich allerdings nach wie vor gegen den Zusammenschluss mit Tata.

Am Donnerstag informiert der Betriebsrat die Beschäftigten über den Stand der Verhandlungen. Die zentrale Forderung in den Gesprächen bleibt eine zehnjährige Beschäftigungsgarantie. Eine Einigung dabei sie laut einem Sprecher der Arbeitnehmervertreter aber nicht in Sicht.

Seit Monaten laufen IG Metall und Betriebsräte Sturm gegen die Tata-Fusion. Vor knapp zwei Wochen haben sich beide Seiten zwar darauf verständigt, dass in zwei Gutachten die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Zusammenschlusses und die Belastung durch Pensionsverpflichtungen untersucht werden soll. Nach wie vor befürchten die Arbeitnehmer aber, dass durch die Fusion mehr als 2.000 Jobs in Deutschland gestrichen werden könnten. Vor allem die Verlegung des Standorts des neuen Stahlunternehmens in die Niederlande wird kritisch gesehen.

Lösung muss her

ThyssenKrupp-Chef Hiesinger ist angezählt. Die langwierigen Verhandlungen haben Großaktionäre wie Cevian oder Union Investment verstimmt. Sie fordern eine rasche Trennung vom Stahl, um die zukunftsträchtigeren Technologiesparten auf Vordermann zu bringen – diese hatten zuletzt ebenfalls geschwächelt. Gelingt die Abspaltung, sollte auch die Aktie neue Impulse bekommen. Eine Neubewertung mit deutlich höheren Kursen sollte dann möglich sein. Anleger setzen auf das attraktive Chance-Risiko-Verhältnis und beachten den Stoppkurs bei 20,80 Euro.