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Türkei verlängert Einsatz von Forschungsschiff im Mittelmeer erneut

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Der Konflikt ums Erdgas im Mittelmeer geht weiter. Bis zum 14. November will die Türkei den Einsatz des Erkundungsschiffes „Oruc Reis“ verlängern.

Das türkische Forschungsschiff ankert vor der Küste von Antalya im Mittelmeer. Foto: dpa
Das türkische Forschungsschiff ankert vor der Küste von Antalya im Mittelmeer. Foto: dpa

Die Türkei hat den umstrittenen Einsatz ihres Gasfeld-Erkundungsschiffes „Oruc Reis“ im östlichen Mittelmeer um zehn Tage verlängert. Es werde bis zum 14. November südöstlich der griechischen Insel Rhodos seismische Untersuchungen vornehmen, teilte die türkische Marinebehörde am Sonntag mit.

Die Türkei hatte die „Oruc Reis“ Mitte Oktober wieder ins östliche Mittelmeer geschickt, um dort nach Erdgas zu suchen, und damit einen Streit mit dem Nachbarn Griechenland neu entfacht. Der Einsatz wurde mehrmals verlängert und sollte zuletzt am 4. November auslaufen.

Griechenland bezichtigt die Türkei, vor griechischen Inseln illegal Vorkommen zu erkunden. Die Regierung in Ankara weist die Vorwürfe hingegen zurück und vertritt den Standpunkt, dass die Gewässer zum türkischen Festlandsockel gehörten.

Macron kritisiert Türkei für „kriegerisches Verhalten“

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat der Türkei „kriegerisches Verhalten“ gegenüber ihren Nato-Partnern im Nahen Osten und im Mittelmeerraum vorgeworfen. „Ich stelle fest, dass die Türkei in der Region imperialistische Neigungen hat. Und ich denke, dass diese imperialistischen Neigungen keine gute Sache für die Region sind“, sagte Macron dem arabischen Sender Al-Dschasira. Das Interview wurde am Samstag vom Élyséepalast veröffentlicht. Das Verhältnis zwischen Frankreich und der Türkei ist gespannt.

Das Verhalten gegen Zypern und Griechenland im östlichen Mittelmeer sei „zutiefst aggressiv“ mit Blick auf die Erdgas-Bohrungen. Zypern und Griechenland seien europäische Länder, sagte Macron. Frankreich unterstütze „die Souveränität Europas“ und könne die Strategie des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan nicht hinnehmen. Als Verbündeter müsse man Dinge offen aussprechen. Er wünsche sich, dass die Dinge sich beruhigten und die Türkei Frankreich und die europäischen Werte achte.

Erdogan ging bei zwei Auftritten am Sonntag nicht auf das Interview ein. Das Verhältnis der beiden Staatschefs ist seit Wochen belastet. Der türkische Präsident hat im Streit um Mohammed-Karikaturen zum Boykott französischer Waren aufgerufen. Anlass war Macrons Aussage, dass Meinungsfreiheit auch die Veröffentlichung von Karikaturen umfasse. Die Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ hatte mit neuen Mohammed-Karikaturen Proteste in Teilen der muslimischen Welt ausgelöst.

Frankreich wurde von drei islamistischen Terrorangriffen in den vergangenen Wochen mit mehreren Toten erschüttert: Am Donnerstag hatte ein Angreifer in der südfranzösischen Metropole Nizza drei Menschen brutal ermordet. Bei dem Messerangriff in einer Kirche wurden der Küster und zwei Frauen tödlich verletzt. Ende September wurden bei einem Messerangriff unweit der Pariser Büros von „Charlie Hebdo“ zwei Menschen verletzt. Mitte Oktober wurde der Lehrer Samuel Paty von einem 18-jährigen Angreifer enthauptet.