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Türkei verbittet sich US-Einmischung bei Gerichtsurteilen

·Lesedauer: 1 Min.

ANKARA (dpa-AFX) - Die Terrorismus-Verurteilung eines US-Konsulatsmitarbeiters in der Türkei hat zu einem diplomatischen Schlagabtausch geführt. Das türkische Außenministerium rief die USA am Freitag auf, die Unabhängigkeit der türkischen Justiz zu respektieren. Ankara reagierte damit auf US-Außenminister Mike Pompeo, der sich auf Twitter "tief besorgt" geäußert hatte.

Am Donnerstag hatte ein Gericht in Istanbul den Türken Metin Topuz der Unterstützung einer bewaffneten Terrororganisation schuldig gesprochen und zu fast neun Jahren Gefängnis verurteilt. Topuz war im Oktober 2017 verhaftet worden, wegen angeblicher Verbindungen zu dem in den USA lebenden islamischen Prediger Fethullah Gülen. Die Türkei macht Gülen für den Putschversuch vom Juli 2016 verantwortlich. Seine Bewegung betrachtet sie als Terrororganisation.

Zum Urteil hatte Pompeo geschrieben: "Diese Handlung untergräbt die türkisch-amerikanischen Beziehungen. Es gibt keine glaubwürdigen Beweise, die das Urteil stützen. Wir hoffen, dass es schnell gekippt wird." Der türkische Justizminister Abdulhamit Gül antwortete, kein Land könne die türkischen Gerichte "indoktrinieren".