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Tönnies-Tochter übernimmt insolventen Wursthersteller

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Die Zur-Mühlen-Gruppe aus Böklund greift nach dem Wurstproduzenten Schwarz Cranz. Damit wächst Tönnies, Deutschlands größter Fleischkonzern, weiter.

Der Konzern wächst weiter. Foto: dpa
Der Konzern wächst weiter. Foto: dpa

Deutschlands größter Wurstproduzent Zur Mühlen kauft den insolventen Konkurrenten Schwarz Cranz auf. Das angeschlagene Familienunternehmen aus Neu Wulmstorf bei Hamburg hat 550 Mitarbeiter und ist bekannt für seine Bacon-Spezialitäten. „Das Unternehmen ist aufgrund des schwierigen Marktumfeldes und dem stetig gestiegenen Kostendruck in eine wirtschaftliche Schieflage geraten“, sagte Maximilian Tönnies, Geschäftsführer der Zur Mühlen-Gruppe. Der Wurst-Sparte gehört seit 2017 zum größten deutschen Schlachtkonzern Tönnies. Dort ist Maximilian,30, neben seinem Vater Clemens und seinem Großonkel Robert Mitgesellschafter.

Es sei eine „Herkulesaufgabe“, Schwarz Cranz zukunftssicher zu machen, erklärte Maximilian Tönnies. Bacon erweitere das Sortiment von Zur Mühlen jedoch sehr gut. „Als Familienunternehmen sind wir froh, vielen Mitarbeitern eine Zukunft in der zur Mühlen Gruppe anzubieten“, sagte Senior Paul Otto Schwarz zum Notverkauf aus der Insolvenz.

Die Kartellbehörden müssen dem Kauf noch zustimmen. Zur Mühlen hatte bereits den insolventen Wettbewerber Lutz und die zwei deutschen Standorte des Schweizer Bell-Konzerns aufgekauft. Kürzlich wurde allerdings die Schließung des ehemaligen Bell-Werks in Börger angekündigt.

„Die Wurstbranche hat Überkapazitäten und ist zersplittert“, sagt Branchenkenner Klaus-Martin Fischer von der Beratung Ebner Stolz. Die Margen sind gering. Um schlagkräftiger zu werden, hatten sich die inhabergeführten Konkurrenten Reinert und Kemper am Jahresanfang zusammengetan. The Family Butchers ist die neue Nummer zwei hinter Zur Mühlen.