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Stellenabbau sorgt für Aufruhr im Daimler-Stammwerk

·Lesedauer: 2 Min.

Der Wandel hin zum Elektrostandort führt zum Abbau von Tausenden Stellen in Stuttgart-Untertürkheim. Neue Details erzürnen die Beschäftigten.

Viele Jobs werden verloren gehen. Das war allen 18.500 Mitarbeitern bei Daimler in Stuttgart-Untertürkheim bewusst. Schließlich stellen die meisten von ihnen Motoren, Getriebe oder Achsen her – und damit Produkte, die infolge des Elektroautobooms immer seltener benötigt werden. Aber als Ende September öffentlich durchsickerte, dass in den kommenden Jahren mehr als jede fünfte Stelle im Stammwerk des Autobauers wegfallen könnte, waren viele doch überrascht.

Das Ausmaß des Abbaus halten sie für überzogen. Personalmanager Ulrich Krause versuchte bei einer Betriebsversammlung vergangene Woche dagegen mit einem Chart die „neue Realität nach Covid-19“ klarzumachen. „Bisherige Absatzperspektiven brechen nachhaltig ein“, steht auf der Folie, die dem Handelsblatt vorliegt. Darauf abgebildet ist der rasante Absatzanstieg von Mercedes von 1,3 Millionen Einheiten im Jahr 2010 auf fast 2,4 Millionen Neuwagen im Jahr 2019.

Die Planungen vor der Coronakrise hatten einen weiteren Zuwachs bis 2025 in Richtung 2,7 Millionen vorgesehen. Doch nun ergibt sich kein Plus mehr, sondern eine Delle. Der Absatz könnte in den nächsten Jahren unter oder kaum über zwei Millionen Einheiten liegen.

„Hier wird die aktuelle wirtschaftliche Situation ausgenutzt, um künftig andernorts billiger produzieren zu können“, kritisiert Michael Häberle, Betriebsratschef in Untertürkheim. In einem Flugblatt wettert der Arbeitnehmervertreter gegen die „Mähdrescher-Taktik des Managements“ und nennt Details zum geplanten Fabrikumbau in Stuttgart.

Demnach soll etwa die Kleinserienmontage im Werkteil in Bad Cannstatt künftig entfallen und jene in Sirnau auslaufen. Geplant seien auch der Ausstieg aus dem Stahlguss und die Verlagerung der Produktion des Automatikgetriebes für AMG von Stuttgart nach Rumänien. Zudem sollen zwei Fertigungslinien von Kurbelwellen nach Polen gehen.

Im Gegenzug soll in Untertürkheim ein „eCampus“ entstehen. Der Konzern will dann nicht nur den elektrischen Antriebsstrang selbst herstellen und Batterien zusammenschrauben, sondern auch ein „Zelltechnikum“ und ein „Battery Safety Lab“ betreiben. In die Serienproduktion von Batteriezellen will Daimler aber weiterhin nicht einsteigen. „Wir gehen bis zur Prototypenlinie, aber nicht weiter“, sagt ein Manager.

Damit schlägt Daimler einen anderen Weg ein als etwa der Elektroautopionier Tesla. Dennoch glaubt Entwicklungschef Markus Schäfer, dass Mercedes eine „hoch wettbewerbsfähige Batterie“ darstellen kann.

„Da werden wir uns vor dem kalifornischen Mitbewerber nicht verstecken, sowohl was die Reichweite als auch was die Kosten angeht“, erklärte der Manager kürzlich. Schäfer betonte, dass der Wandel hin zu Elektromobilität beschleunigt werden müsse. Betriebsrat Häberle begrüßt zwar den Aufbau von E-Komponenten. Aber zugleich Teile des Verbrenners zu verlagern führe in eine „Sackgasse“. Er will in den Verhandlungen die Pläne des Vorstands zumindest abmildern.