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Startup des früheren Musk-Vertrauten Philipp Schröder: 1Komma5 kauft große Tesla-Partnerfirma

Philipp Schröder will mit seinem Startup helfen zum größten One-Stop-Anbieter für Solaranlagen, Speicher und Ladeinfrastruktur werden – und steigt dafür nun in den australischen Markt ein. - Copyright: 1Komma5
Philipp Schröder will mit seinem Startup helfen zum größten One-Stop-Anbieter für Solaranlagen, Speicher und Ladeinfrastruktur werden – und steigt dafür nun in den australischen Markt ein. - Copyright: 1Komma5

Große Ziele trägt das Startup des ehemaligen Deutschland-Chefs von Tesla bereits im Namen: Mit 1Komma5 will Philipp Schröder helfen, die Klimaziele zu erreichen – und dafür zum One-Stop-Anbieter rund um Installation und Instandhaltung von Solaranlagen, Stromspeichern, Ladeinfrastruktur und Wärmepumpen zu werden. Dafür setzt Schröders Startup vor allem auf Übernahme und Bündelung von Handwerksbetrieben gegen Anteile und Cash, die er dann schlank und digitalisiert zu den Haushalten schickt.

Mit diesem Prinzip will 1Komma5 ein globaler Anbieter werden und ist nun groß in den australischen Markt eingestiegen, wie Gründerszene exklusiv erfuhr. Dort kaufte das Startup für einen nicht genannten Betrag Natural Solar, den australischen Marktführer für die Installation von Solaranlagen und -batterien. Für Schröder schließt sich damit ein Kreis, denn Natural Solar ist gleichzeitig der wichtigste australische Partner von Elektroautobauer Tesla im Energiesektor und installiert dessen Solarstromspeicher, die Tesla Powerwall.

Bei der einen Übernahme soll es allerdings nicht bleiben: Australien soll zum Schlüsselmarkt werden, heißt es vonseiten des Unternehmens. In den kommenden 18 Monaten wolle 1Komma5 deshalb mehr als 65 Millionen Euro (100 Millionen Australische Dollar) auf dem Kontinent investieren und mit dem Geld bis zu sechs weitere Unternehmen erwerben. Die Gruppe soll alle relevanten Regionen des Landes abdecken. Australien ist neben den USA und Deutschland einer der wichtigsten Märkte für sogenannte Prosumer-Produkte wie Solaranlagen, Energiespeicher, Ladestationen und Wärmepumpen – und nach Deutschland, Schweden, Finnland, Österreich und Spanien der mittlerweile sechste Markt, in dem 1Komma5 aktiv ist. „Für uns ist es entscheidend, in allen relevanten Märkten unter den Top 5 der Anbieter zu sein“, erklärt Schröder den Kurs im Gespräch mit Gründerszene. „Viel wichtiger, als in einem Markt die Nummer eins.“

600 Millionen Euro Umsatz für 2023 angepeilt

Darüber hinaus will 1Komma5 im ersten Quartal 2023 in Australien seine IoT-Lösung Heartbeat ausrollen. Der Energiemanager vernetzt die Systeme und Speicher der Kunden und soll so Energieflüsse optimieren und es dem Unternehmen ermöglichen, flexible Stromtarife anzubieten. Kunden sollen ihren nicht genutzten Solarstrom also an andere Haushalte verkaufen können – ein virtuelles Kraftwerk jenseits der Stromkonzerne.

Schröder hat 1Komma5 im vergangenen Sommer gegründet. Mit an Board sind namhafte Ex-Manager von Tesla, Schröders früheres Batterie-Startup Sonnen und Google. Ein Jahr nach dem Marktstart steht das Unternehmen mit einer bisherigen Finanzierung von 300 Millionen Euro – unter anderem von Porsche Ventures, Btov Partners und namhafte Family Offices – an der Schwelle zum Einhorn. Viel Kapital braucht 1Komma5 allerdings auch für seine Zukäufe. Bisher hat das Startup eigenen Angaben zufolge 15 Unternehmen übernommen und beschäftigt so an 25 Standorten mehr als 750 Mitarbeiter. Für das Jahr 2023 peile man einen Umsatz von 600 Millionen Euro an, heißt es in einer Pressemitteilung. Im vergangenen Jahr hatte Schröder im Gespräch mit Gründerszene noch von potenziell 250 bis 500 Millionen Euro Umsatz in den kommenden vier Jahren gesprochen.