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Städtetag fordert klare und intensive Kommunikation zu Impfungen ein

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Der Deutsche Städtetag sieht Bund und Länder nach der neuen Altersbeschränkung für das Präparat von Astrazeneca <GB0009895292> in der Pflicht. Hauptgeschäftsführer Helmut Dedy sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir brauchen jetzt eine klare und sehr intensive Kommunikation von Bund und Ländern zu den Impfstoffen. Die Menschen müssen nach dieser Astrazeneca-Entscheidung so einfach wie möglich einen Überblick bekommen: Für welche Gruppen der Bevölkerung kommen welche Impfstoffe zum Einsatz? Wo liegen Vorteile und Risiken der Impfungen?"

Ganz entscheidend bleibe: Es sei dringend zu empfehlen, sich impfen zu lassen, sagte Dedy. "Wir rechnen weiter damit, dass das Impftempo im April an Fahrt gewinnt. Die angekündigten zusätzlichen Lieferungen an Impfstoffen müssen uns sichtbar voranbringen. Das erwarten die Menschen." Dies sei nun nötig, um Vertrauen zurückzugewinnen.

Bund und Länder hatten am Dienstagabend nach einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission beschlossen, Astrazeneca in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahre einzusetzen. Jüngere sollen sich "nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung" weiterhin damit impfen lassen können. Hintergrund sind Fälle von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

Dedy sagte, die Impfkampagne in Deutschland habe "leider wieder" einen Rückschlag erlitten. "Die Empfehlung, mit Astrazeneca jetzt vor allem Menschen über 60 Jahre zu impfen, sorgt für zusätzlichen Aufwand in den kommunalen Impfzentren. Aber wenn Hinweise auf medizinische Risiken auftreten, muss diesen nachgegangen werden. Die Menschen müssen Vertrauen in die Sicherheit der Impfungen haben. Das ist das A und O."

Kurzfristig würde eine Reihe von Impfterminen nicht eingehalten werden können. "Aber zugleich wird schon an Alternativen gearbeitet, um diese Menschen schnell mit anderen Impfstoffen versorgen zu können", so Dedy. Die Akteure vor Ort seien stark gefordert, weil sie sich auf ständig angepasste Impfstoffmengen einstellen müssten und nun auch die neue Entwicklung bei Astrazeneca zu beachten sei. "Wenn jetzt alle Beteiligten flexibel agieren und an einem Strang ziehen, ist der Rückschlag aber bald zu kompensieren. Die Impfzentren der Kommunen werden weiter gute Arbeit machen, damit das Impfen vorankommt."